Bestes Futter mit Fleisch von artgerecht gehaltenen Kühen

Bestes Hunde- und Katzenfutter mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung

„Denn etwas, dass man als „bestes Hunde- oder Katzenfutter“ bezeichnen kann, besteht in jedem Fall immer aus überwiegend Fleisch und Innereien.“

Bei mir steht eine weitere Neuerung an. Das ich seit Januar in meinem Hofladen in 77866 Rheinau auch Hundefutter und Barf-Fleisch verkaufe und zudem (auch überregional) Futterpläne erstelle und Futterumstellungen begleite, hast du ja vielleicht schon mitbekommen.

Meine Grundidee bezüglich meines Futterverkaufs war von Anfang an, nur das beste Futter ins Sortiment zu nehmen. Bestes Futter, das heißt für mich als Tierhomöopathin: Futter, das die Gesundheit unserer Vierbeiner fördert und ihnen ein möglichst gesundes, langes und agiles Leben ermöglicht. Das kann neben Barf auch durchaus ein hochwertiges Fertigfutter oder eine Kombination aus beidem sein. Je mehr das Futter jedoch verarbeitet ist, umso weniger kann es diesem Anspruch gerecht werden:

  1. beste, artgerechte Futter ist eine sorgfältig zusammengestellte Rohfütterung
  2. eine gute Alternativ ist ein hochwertiges Nassfutter aus der Dose (z.B. von Mirals)
  3. Trockenfutter mit hohem Fleischanteil sind praktisch, aber nicht ideal
  4. Eine Kombination aus Trocken- und Nassfutter oder Fleisch ist möglich

Mir liegt selbstverständlich das Wohl der Haustiere am Herzen, für die ich mit großem Engagement bestes, gesundes Futter auswähle und lokal verkaufe. Mir liegt aber auch das Wohl der Rinder, Hühner, Lämmer usw. am Herzen, die ja leider zu diesem Tierfutter verarbeitet werden müssen, damit wir unsere Beutefresser artgerecht ernähren können. Denn etwas, dass man als „bestes Hunde- oder Katzenfutter“ bezeichnen kann, besteht in jedem Fall immer aus überwiegend Fleisch und Innereien.

Ich möchte ganz klar, dass es diesen „Nutztieren“ ebenfalls gut geht, bevor sie (nach einer möglichst kurzen Anfahrt zum Schlachthof) schließlich sterben müssen.

Weideschafe für bestes Hundefutter

Gerade fleischliefernde Tiere haben ein Recht auf eine respektvolle Behandlung und ein schönes Leben.

Ich möchte, dass auch „Nutztiere“ Sonnenlicht genießen, frische Luft atmen und sich nach Herzenslust bewegen dürfen. Dass sie artgerecht, beispielsweise mit viel frischem Gras und Heu ernährt werden und schließlich, dass sie möglichst nicht mit Medikamenten und Wachstumshormonen behandelt wurden. Denn das hat letztendlich auch wieder Vorteile für unsere Hunde und Katzen:

  • Das Fleisch von an Licht und Luft artgerecht gehaltenen und ernährten Tieren enthält viel mehr der guten, entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren:
  • Mehr Omega 3 im Fleisch heißt: du musst weniger (Lachs-)Öl zufüttern!
  • Das Fleisch artgerecht gehaltener Tiere hat außerdem weniger Allergie-Potential:
  • Futtermittelallergien bei Hunden und Katzen sind manchmal gar nicht auf das „Protein“, also das Fleisch an sich zurückzuführen, sondern können auch durch Rückstände von Medikamenten, Wachstumshormonen oder „Kraftfutter“ wie Mais verursacht werden.
  • kurze Transportwege zum Schlachthof und schnelle Betäubung bedeuten auch weniger Stress fürs „Nutztier“. Je weniger Stresshormone sich im Fleisch befinden, umso besser ist die Qualität.

Deshalb ist für mich das beste Hunde- und Katzenfutter eines, dass aus artgerechter Tierhaltung stammt.

Bestes Hunde- und Katzenfutter enthält viel Fleisch und Innereien, keine „Nebenprodukte“ und kein Getreide oder Kohlenhydrate aus Kartoffel oder Reis. Außerdem ist es frei von irgendwelchen Kräutern. Das alles KANN man ab und zu oder nach Bedarf zufüttern, sofern der Hund damit keine Probleme hat. Aber in einem soliden, gesunden Basisfutter für Hunde sollte es nicht schon enthalten sein. Im Katzenfutter haben Kohlenhydrate überhaupt keine Berechtigung.

Folgende Dosenfuttersorten, die diesen Ansprüchen genügen, verkaufe ich:

  • defu (Katzenfutter aus Demeterbetrieben),
  • Howetie (Katzenfutter aus Bayerischer Produktion) und
  • Mirals (Hundefutter – hier besucht der Inhaber jeden Stall aus dem er Tiere ankauft tatsächlich selbst).

Was das Tiefkühlfleisch angeht, steht bei mir eine Neuerung an. Mein Lieferant Carne`s Doggi – in Zukunft „Barfgold“, bezieht das Fleisch nach eigener Angabe immerhin aus „rennomierten Schlachthöfen in Europa“. Das Rindfleisch wird vorwiegend aus Schweden bezogen, wo jeder Landwirt seine Rinder zumindest 60 Tage im Sommer und 30 Tage im Winter auf die Weide lassen muss und wo strenge Medikamentenverordnungen herrschen. Desweiteren wird Fleisch aus Irland, Frankreich, Belgien und natürlich Deutschland verarbeitet.

Geht es noch besser? NEU bei mir: Barf-Fleisch aus 100 % artgerechter „Nutztier“-Haltung.

Das Fleisch von Barfgold ist sehr hochwertig und immer verfügbar (dadurch dass sie es im Bedarfsfall aus den oben genannten EU-Ländern zukaufen). Außerdem finde ich die Methode das Fleisch erst einzufrieren, gefroren kleinzuschneiden, um es dann stückig und leicht portionierbar in wiederverschließbaren Beuteln abzupacken wirklich klasse. Die 5 kg Kartons sind super und auch z.B. der Rinderinnereien-Mix ist perfekt in Zusammensetzung und Handhabung. Ich werde diesen Lieferanten also auf jeden Fall behalten.

Dennoch: Eine liebe Kundin hat das Thema artgerechte Tierhaltung letztens nochmal angestoßen und danach hat es mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mich also auf die Suche nach einem Fleisch-Lieferanten gemacht der Massentierhaltung und lange Transportwege klar und deutlich ablehnt und habe Karnivor (Nähe Stuttgart) gefunden.

Bestes Futter aus artgerecht gehaltenen Hühnern.

Hühner, die sich nach Herzenslust an Licht und Luft bewegen können.

Karnivor bietet beispielsweise Fleisch von einer Geflügelfarm nähe Stuttgart an, welche nur kleine freilebende Bestände auf Stroh in Großfreigehegen halten. Auf der Webseite heißt es: „Alle Produkte stammen aus artgerechter Tierhaltung und überwiegend aus den Regionen Allgäu und Franken. (…) BARF Produkte aus Massentierhaltung oder aus langen Transportwegen werden im KV Shop nicht vertrieben.“

Das Fleisch wird bei bei Karnivor außerdem gewolft oder in großen Stücken angeboten. Bei Carne’s Doggi ist es meist in 2×2 cm große Stücke geschnitten und die Muskelfleischsorten haben einen ganz anderen Fettgehalt. So kann ich auch den Kunden entgegenkommen, die eher mageres Lamm- und Putenfleisch bevorzugen und Hunde- sowie Katzenhaltern, die lieber gewolftes Fleisch verfüttern.

Zu guter Letzt bietet Karnivor nicht nur Fleisch aus artgerechter Haltung, sondern auch Obst und Gemüse in Marktqualität, fertig püriert und tiefgefroren an. Damit kann ich endlich eine viel hochwertigere, gesündere Alternative zu Trockengemüsezusätzen anbieten, mit denen ich bisher nicht so recht glücklich war. Auch Lachsöl und Dorschlebertran sowie hochwertige Kauartikel aus ebenso artgerechter Tierhaltung kann ich von Karnivor beziehen.

Bestes rohes Futter mit frischem Obst und Gemüse

Auch frisches, möglichst unbehandeltes Obst und Gemüse ist Bestandteil einer ausgewogenen Barfration für Hunde. Es dient vorwiegend der Gesunderhaltung des Darms liefert aber auch gesunde sekundäre Pflanzenstoffe.

Die Bestände von Karnivor sind immer etwas unterschiedlich. Das ergibt sich daraus, dass es von diesen regional artgerecht gehaltenen Schlachttieren einfach nicht so viele gibt. Carne’s Doggi kauft im Fall eines Engpasses hochwertiges Fleisch aus den oben genannten EU-Ländern zu. Mit der Kombination beider Zulieferer kann ich meine Produktpalette für euch aber recht konstant halten.

Bestes Futter aus artgerechter Tierhaltung – wunderbar. Aber was kostet es?

Der Preisunterschied hat mich positiv überrascht. Er ist gar nicht so groß, wie ich gedacht habe (was für die Fleischqualität von Carne’s Doggi spricht):

Carne’s Doggi:
1 kg Rind durchwachsen: 4,70 € (stückig, portionierbar)

Karnivor:
1 kg Rind durchwachsen: 5,50 € (gewolft, 500 g Einheiten)

UNTERSCHIED: 80 Cent pro Kilo
———————–
Carne’s Doggi:
1 kg Hühnerfleisch: 5,10 € (stückig, portionierbar)

Karnivor:
1 kg Hähnchenfleisch: 5,60 € (gewolft, 500g Einheiten)

UNTERSCHIED: 50 Cent pro Kilo

Aus all diesen Gründen (und ich könnte noch mehr aufzählen) nehme ich nun Karnivor als zweiten TK-Fleischlieferanten in meinem Sortiment auf und bin richtig glücklich darüber! Ich finde wir sollten alle etwas dafür tun, das Tierleid weniger wird. Auch das der „Nutztiere“.

Liebe Grüße, deine Yvonne


yvonnebach

Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (in 77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Interesse? Schreib mir gerne:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
Mehr Infos unter www.tierheilpraxis-rheinau.de


Mein Angebot:

Wenn du bereits roh fütterst, aber nicht sicher bist, ob dein Hund alle nötigen Nährstoffe erhält: Ich schaue ich mir deinen Futterplan gerne an, mache dir Verbesserungsvorschläge oder erstelle ggf. einen ausgewogenen Ernährungsplan.

Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

Mehr Infos dazu gibt es unter: https://www.tierheilpraxis-rheinau.de/leistungen-preise/

 

Fotos:
Portrait Yvonne Bach: Michael Rosenstiel, Offenburg
Kuh, Huhn und Obst/Gemüse: Pixabay

Hundeernährung: Ausgewogen barfen. TEIL 2: Wissenswertes über Muskelfleisch

Im ersten Teil meiner Blog-Serie „Ausgewogen barfen“ habe ich dir einen Überblick darüber gegeben, aus welchen Bestandteilen eine ausgewogene getreidefreie Barfration für einen gesunden Hund bestehen sollte. Hier, im zweiten Teil der Serie möchte ich dir Grundlegendes und Wissenswertes zum Muskelfleischanteil erzählen:

Muskelfleisch macht die Hälfte der tierischen Komponente bei Barf aus. Es liefert hochwertige Aminosäuren in optimaler Zusammensetzung für den Hund. Außerdem enthält es viele Nährstoffe: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Fett.

Der Fettanteil im Fleisch ist wichtig

Fett? Ja, der Fettgehalt im Fleisch ist wichtig! Er ist perfekt für die Energiegewinnung des Hundes geeignet (viel besser als Getreide/Kohlenhydrate!). Fett enthält sogenannte essenzielle Fettsäuren, also solche, die der Hund selbst nicht bilden kann. Deshalb sollte der Fettanteil im Muskelfleisch nie langfristig unter 15 % liegen. Auch bei übergewichtigen Hunden nicht. Hier ist es wichtig, die Gesamtfuttermenge im richtigen Verhältnis zueinander zu reduzieren und nicht nur den Fettgehalt des Fleisches.

Liegt der Fettanteil dauerhaft unter 15 %, muss der Körper zur Energiegewinnung auf die Eiweiße im Fleisch zurückgreifen. Das kann er zwar, jedoch belasten dabei Eiweißabbauprodukte wie Ammoniak den Stoffwechsel und können mit der Zeit sogar zu Leber- und Nierenschäden führen.

2-3 verschiedene Sorten Muskelfleisch füttern

Um den Hund mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen ist die Fütterung von 2 – 3 verschiedenen Sorten Muskelfleisch im Wechsel vorteilhaft. Allerdings sollten es nicht nur verschiedene Geflügelsorten, sondern tatsächlich verschiedene Tierarten wie beipielsweise Rind, Lamm und Huhn oder Pferd, Hirsch und Pute sein. Am Besten man mischt eher fettreiche mit mageren Fleischsorten.

Muskelfleischsorten die oft verfüttert werden sind zum Beispiel:
– Rindermuskelfleisch durchwachsen und mager
– Hirschmuskelfleisch (mager)
– Lammmuskelfleisch (fett)
– Hühnermuskelfleisch (mager)
– Putenmuskelfleisch (fett)
– Pferdefleisch (mager) und
– Kaninchenfleisch (mager)

Den Fettgehalt im Fleisch kontrollieren und anpassen

Der Fettgehalt bei den Barf-Lieferanten extrem unterschiedlich, daher muss man unbedingt auf die Angaben auf der Verpackung/im Shop (unter Nährwerte: „Rohfette“) achten und das Fleisch entsprechend mischen oder reines Fett zu magerem Muskelfleisch hinzufügen. Der Fettanteil im Muskelfleisch sollte zwischen 15 und 25 % liegen. Die Angaben zum Fett oben beziehen sich auf das Fleisch von Carne‘s Doggi.

Thiamiasefreier Fisch ist gesund

Auch Fisch wird zum Muskelfleischanteil gezählt. So ist es vorteilhaft (aber nicht zwingend nötig), wenn man eine Tagesration Muskelfleisch in der Woche durch Fisch wie Lachs, Forelle, Barsch oder andere thiaminasefreie Fische ersetzt.

Gebarfte Hunde trinken wenig

Muskelfleisch hat einen hohen Wasseranteil. Und auch die anderen Komponenten einer Barfration enthalten sehr viel Flüssigkeit. Gebarfte Hunde trinken deshalb sehr viel weniger als z.B. Hunde die mit Trockenfutter gefüttert werden. Das ist wichtig zu wissen, denn viele Halter erschrecken sich regelrecht, wenn ihr Hund plötzlich nicht mehr 1-2 Schüsseln Wasser am Tag trinkt, sondern nur noch ein paar Schlucke.

Ganze Fleischstücke halten länger satt

Kleiner Tipp noch: Für den Hund ist es besser ganze Fleischstücke zu bekommen als nur gewolftes Fleisch. Das bleibt länger im Magen und macht deshalb einfach länger „satt“. Hackfleisch und gewolftes Fleisch bieten durch die große Oberfläche nicht nur einen beliebten Nährboden für Bakterien. Wenn man es nicht selbst zerkleinert hat, weiß man nie genau aus wie viel hochwertigem Muskelfleisch es wirklich besteht.

TEIL 3 – Pansen und Blättermagen


yvonnebach

Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
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Mein Angebot:

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Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

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Fotos:
Portrait Yvonne Bach: Michael Rosenstiel, Offenburg
Futter: © panthermedia.net /Helma Spon

Hundeernährung: Ausgewogen barfen. TEIL 1: Futterzusammensetzung

Dies ist der erste Teil einer Blog-Reihe zum Thema Barf. – „Häh? Wieso Barf? Ich denk, es geht um Tierhomöopathie.“

Richtig – aber eine gesunde ausgewogene Fütterung bildet schlicht die Basis eines gesunden Hundelebens. Deshalb habe ich Anfang 2018 meinen Schwerpunkt, die klassische Tierhomöopathie, durch Futterverkauf, Futterberatung und Barf-Planerstellung erweitert.

Die klassische Tierhomöopathie kann bei Verdauungsproblemen oder Unverträglichkeiten eine Futterumstellung auf ein hochwertiges Futter (und das muss nicht immer unbedingt Barf sein) hervorragend unterstützen. Anders herum unterstützt eine hochwertige frische Fütterung auch den Heilungsverlauf von Erkrankungen aller Art. Beides zusammen ergänzt sich also perfekt!

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Homöopathie und hochwertiges Futter ergänzen sich perfekt.

Du findest Barf bzw. Frischfütterung furchtbar kompliziert oder weißt nicht genau wie du die Ration für deinen Hund zusammenstellen sollst, damit nichts fehlt? Dann ist das hier für dich:

Die Barf-Zusammensetzung für einen gesunden Hund

Bei einem normalgewichtigen, gesunden Hund, berechnet man die Tagesration mit etwa 2-4% (je nach Größe und Aktivität) des Körpergewichts.

Eine ausgewogene getreidefreie Barf-Ration für den Hund setzt sich aus 80% tierischem und 20 % pflanzlichem Anteil zusammen:

Der tierische Anteil besteht aus:
– 50% durchwachsenem Muskelfleisch (mehr Infos zum Muskelfleischanteil)
– 20 % Pansen/Blättermagen
– 15 % gemischten Innereien und
– 15 % fleischigen Knochen.

Der pflanzliche Anteil besteht aus:
– 75 % Gemüse und
– 25 % Obst.

Dazu kommen noch wichtige Zusätze wie Öl, Seealgen und Salz. That’s it.

Wie? Das wars schon? Ja. Man kann natürlich auch noch unzählige weitere Zusätze / Kräuterchen / Nahrungsergänzungen füttern, diese sind aber im Grunde nicht nötig. Wenn die Gesamtration mit den oben genannten Komponenten korrekt berechnet und zusammengestellt ist, sind alle notwendigen Nährstoffe für den Hund enthalten.

Warum genau diese Zusammensetzung?

BARF wird heutzutage meist mit „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ übersetzt. Biologisch Artgerecht bedeutet beim Hund – Orientierung an der Ernährung des Wolfes, denn die Hunde-Verdauung ist noch genau so aufgebaut, wie die ihrer Vorfahren.

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Ein Bestandteil der ausgewogenen Barf-Ration ist der rohe fleischige Knochen (RFK), aus 50 % Fleisch und 50 % Knochen. Füttert man keine RFK, muss der Mahlzeit mehr Fleisch zugefügt und Calcium als Knochenmehl oder Calciumcitrat zugegeben werden.

Auch wenn die Verdauung der Hunde inzwischen große Mengen an Kohlenhydraten toleriert, ist das auf Dauer nicht gesund. Pflanzliches Eiweiß, wie es in den meisten Fertigfuttersorten massenhaft vorhanden ist, kann nicht effizient verdaut werden und belastet den Stoffwechsel. Mit den Jahren kann das zu Schäden der Leber und Nieren führen. ABER – auch eine einseitige Ernährung mit rohem Fleisch kann zu Mangelernährung und Organschäden führen. Denn der Wolf ist ein Beutefresser.

Bei BARF wird das Beutetier „nachgebaut“

Anders als bei anderen Formen der Rohfütterung wird bei BARF allerdings nicht das ganze tote Beutetier, so wie es ist – also mit Fell, Darm, Mageninhalt, allen Organen, Knochen und Blut – verfüttert. Sondern man baut die Nährstoffe der Wolfs-Ernährung mit Einzelkomponenten nach. Ein Wolf frisst z.B. auch Gräser, Beeren, Kräuter und Kot von Pflanzenfressern – auch dann, wenn er genug Beutetiere erjagen kann. Dieser Anteil an Rohfaser muss in der Ernährung ebenfalls berücksichtigt werden. Deshalb müssen bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten bestimmte Regeln beachtet werden müssen. Denn nur so sind alle benötigten Nährstoffe ausreichend enthalten.

Ein paar Regeln müssen beachtet werden

Neben der richtigen Zusammensetzung der einzelnen Grundzutaten (also Muskelfleisch, Pansen, Innereien, rohe fleischige Knochen und dem Gemüse/Obst) muss zum Beispiel das verschobene Fettsäuren-Profil eines Futtertieres aus Stallhaltung berücksichtigt und ggf. mit bestimmten Ölen ausgeglichen werden (es sei denn man füttert nur Bio-Fleisch aus Weidehaltung). Die Öle sollten mit Vitamin E angereichtert werden. Wenn man kein Blut füttert, sollte man 1-2 Prisen Salz wöchentlich zugeben, und so weiter …

Wenn man Grundkomponenten weglässt, muss man andere Dinge anpassen/dazufüttern, damit die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen gewährleistet bleibt (z.B. ohne Knochenfütterung, ohne Fütterung von Innereien, ohne Pansen/Blättermagen).

Was es bei den einzelnen Komponenten genau zu beachten gibt, erfährst du mit jedem weiteren Teil dieser Blog-Reihe:

TEIL 2 – Wissenswertes über Muskelfleisch


yvonnebach

Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (in 77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Interesse? Schreib mir gerne:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
Mehr Infos unter www.tierheilpraxis-rheinau.de


Mein Angebot:

Wenn du bereits roh fütterst, aber nicht sicher bist, ob dein Hund alle nötigen Nährstoffe erhält: Ich schaue ich mir deinen Futterplan gerne an, mache dir Verbesserungsvorschläge oder erstelle ggf. einen ausgewogenen Ernährungsplan.

Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

Mehr Infos dazu gibt es unter: https://www.tierheilpraxis-rheinau.de/leistungen-preise/

 

Fotos:
Portrait Yvonne Bach: Michael Rosenstiel, Offenburg
Titelbild: © panthermedia.net /Helma Spon,
Hund mit rohem fleischigen Knochen: © Bildagentur PantherMedia  / 

„Potenzierung“ – Was ist das überhaupt?

Sie begegnet einem immer wieder: Die Behauptung, dass die Mittel der Homöopathie keinen echten arzneilichen Effekt erzielen könnten. Eine niedrige Potenzierung wie die D12 sei vergleichbar mit einem Tropfen im Bodensee. 

Was man nicht vergessen darf: Es gibt einen Unterschied zwischen einer reinen Verdünnung und der homöopathisch gebräuchlichen Potenzierung. Und Hahnemann hat diese nicht irgendwie „entwickelt“ oder „erfunden“ sondern ist – wie schon beim Ähnlichkeitsgesetz – eher zufällig über den Effekt verschüttelter Mittel gestolpert. Denn trotz der immer höheren Verdünnung der Ursprungssubstanzen traten wiederholt unerwünscht starke Mittelwirkungen bei seinen Patienten auf. 

Homöopathie - der Tropfen im Bodensee?

Potenzierung ist nicht das Gleiche wie Verdünnung.

Hahnemann war ein Wissenschaftler. Er war approbierter Arzt, arbeitete als Amtsarzt und war gelernter Pharmazeutiker. C.W. Hufeland nannte Hahnemann „den besten Chemiker unter den damaligen Ärzten“. Die Universität Wilna bot ihm eine Professur in Chemie an.

Kein Arzt hatte sich zuvor so intensiv mit der Arzneimittelforschung auseinandergesetzt. Er ging sehr akribisch und strukturiert vor, dokumentierte jeden Schritt schriftlich und testete jede neue Entdeckung über Jahre hinweg immer wieder auf ihre Wirkung.

Nachdem Hahnemann das Ähnlichkeitsgesetz erkannt hatte, arbeitete er zunächst weiterhin mit Pulvergaben aus getrockneten und geriebene Pflanzenteilen. Diese riefen aber oft starke Erstreaktionen und Prüfsymptome hervor: die vorhandenen Symptome wurden zunächst ungleich stärker als vor der Arzneimittelgabe („Erstverschlimmerung“) und zum Teil traten neue Symptome in bedrohlicher Intensität auf („Arzneimittelprüfung“) bevor die Heilung erfolgte.

Mörser, zur Verreibung.

Hahnemann arbeitete zunächst mit Pulvergaben aus gemörserten Pflanzenteilen. Später verdünnte er sie zu einer „starken Auflösung“.

Um diese unerwünschten Arzneireaktionen zu umgehen und die arzneiliche Wirkung giftiger Ausgangsstoffe (wie z.B. der Tollkirsche) therapeutisch nutzen zu können, fing Hahnemann an, die Arzneien schrittweise zu verdünnen. Er zerkleinerte/zerrieb die Pflanzenteile, presste sie durch ein Tuch und ließ sie trocknen. Den gewonnenen Extrakt löste er in Wasser/Alkohol auf und stellte so eine „starke Auflösung“ (= Urtinktur) her.

Eine Weile arbeitete er mit diesen Urtinkturen. Doch auch diese wirkten noch zu intensiv. So verdünnte er sie weiter durch zufügen von destilliertem Wasser und Weingeist. Die Zutaten wurden nach jedem Verdünnungsschritt „durch fleißiges Schütteln wohl vereinigt“ oder auch „durch minutenlanges Schütteln innig vereinigt“ wie Hahnemann selbst schriftlich festhielt.

Die Tollkirsche - Belladonna.

Die Tollkirsche – Belladonna – war eine der ersten Arzneien die Hahnemann, um sie ohne Gefahr therapeutisch verwenden zu können, „verdünnte“.

Dabei handelte es sich auch in seinen Augen zunächst tatsächlich nur um ArzneiVERDÜNNUNGEN. Hahnemann schüttelte seine Lösungen nur deshalb, um sie zu effektiv zu vermischen.

Mit diesen „verdünnten“ Arzneien behandelte er beispielsweise Scharlach erfolgreich und wurde so in seiner Vorgehensweise bestätigt.

Arsenicum album war eines der gefürchtetsten Gifte dieser Zeit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Hahnemann diesen Stoff besonders hoch „verdünnte“ bevor er es wagte ihn arzneilich einzusetzen. Im Jahr 1800 stellte er daraus eine Verdünnung von einem „Zehnmilliontheil“ (entspricht der C3), später sogar bis zu 1/400.000billiontel (entspricht der C6) her. Dies liegt weit jenseits des toxikologischen Wirkbereichs.

Arsenopyrit Kristalle (Arsenstein)

Arsen, ein Halbmetall und Nebenprodukt des Abbaus anderer Metalle, war eines der gefürchtetsten Gifte zu Hahnemanns Zeit.

Die molekularen Grenzen derartig hoher Verdünnungen waren jedoch zu Hahnemanns Zeiten noch unbekannt und so verließ er sich rein auf die dennoch starke Wirkung, welche diese Arzneien im Praxistest immer wieder zeigten.

Er schrieb darüber: „… wenn nun der Arsenik (so wie jede andre sehr kräftige Arzneisubstanz) blos durch Verkleinunge der Gabe am besten so mild werden kann, daßs sie dem Menschen nicht mehr gefährlich ist, so hat man ja blos durch Versuche zu finden, bis wie weit die Gabe doch großs genug, um ihr volles Amt als Heilmittel der für sie gehörten Krankheiten zu vollführen.“ Sein Ziel war es, „den stärksten Mann“ durch solch eine Gabe zu heilen, während dieselbe Gabe bei einem gesunden Kind kaum eine Wirkung erzielen sollte. Dies sei eine Aufgabe die bloß durch tausendfache Erfahrungen und Versuche gelöst werden könne.

Hahnemann bereitete seine Arzneiverdünnungen in schrittweisen Verdünnungsreihen zu, wobei er nach jedem Verdünnungsschritt schüttelte, um die Lösung zu homogenisieren.

Die überraschende Erkenntnis Hahnemanns bei diesem Prozess war, dass bereits vorher schon wirksame Arzneistoffe mit jeder Potenzierungsstufe sogar noch tiefgreifender wirkten:

…die Erfahrung zeigt, daßs jeder Tropfen dieser so zubereiteten – blos Mischung und Verdünnung erscheinenden – Flüssigkeit so kräftig geworden, dass er fast dieselbe Stärke von Arzneikraft im menschlichen Körper äußern kann, als der Tropfen der anfänglichen koncentrierten Tinktur“. Reine Arzneimittellehre, 1. Auflage, Band 6 (Jahr 1811-1821)

Später hielt er fest:

Da fand ich dann, daßs selbst die höhern Verdünnungen, z.B. die decillionfache, oder gar wohl die vigesillonfache Verdünnung… nicht etwa schwächer an Kraft… wohl gar zur völligen Kraftlosigkeit, zum Nichts herabgesunken – NEIN! Im Gegenteil, an lebensbaumarzneilicher Wirkung eher stärker und stärker geworden waren.“ Reine Arzneimittellehre, 2. Auflage, Band 5 (1825-1827)

Und erst nach diesen Beobachtungen begann Hahnemann, sich von dem bisher gebrauchten Betriff der Verdünnung zu distanzieren. Er schuf, in Ermangelung eines passenden deutschen Wortes, den Begriff der „Potenzierung“ (abgeleitet von dem lateinischen Wort „Potenz“ = Kraft, Stärke), um auszudrücken, dass die Steigerung der homöopathischen Wirksamkeit durch die Verschüttelung und Verreibung – also die Potenzierung – hervorgerufen wird.

Sogar eigentlich arzneilich völlig unwirksame Ausgangsstoffe wie das Kochsalz entfalten durch die Potenzierung ihre ganz eigene arzneiliche Wirksamkeit.

Einfaches Kochsalz (NaCL)

Das Kochsalz wird erst durch die Potenzierung zu einer kraftvollen Arznei, die homöopathisch z.B. gegen Kummer eingesetzt wird.

Hahnemann erklärte sich diese unfassbare Entdeckung mit einer den Arzneistoffen innewohnenden geistig-dynamische Kraft, die durch das potenzierungsverfahren freigesetzt würde, weshalb man statt Potenzierung auch Dynamisierung sagt.

Doch letztlich musste er sich einfach auf seine jahrelangen Versuche, Beobachtungen und Heilerfolge verlassen. 1835 erklärt Hahnemann:

[…] Ich fordre gar keinen Glauben dafür, und verlange nicht, daß dieß Jemandem begreiflich sey. Auch ich begreife es nicht; genug aber, die Thatsache ist so und nicht anders. Bloß die Erfahrung sagt’s, welcher ich mehr glaube, als meiner Einsicht.“

 

 


yvonnebach

Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
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Gesunde Ernährung ist die BASIS eines langen gesunden Lebens. Das gilt auch für unsere Tiere! Daher biete ich dir jetzt auch online / per E-Mail. Futterberatung und Barf-Planerstellung an.

Wenn du bereits roh fütterst, aber nicht sicher bist, ob dein Hund alle nötigen Nährstoffe erhält: Ich schaue ich mir deinen Futterplan gerne an, mache dir Verbesserungsvorschläge oder erstelle ggf. einen ausgewogenen Ernährungsplan.

Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

Mehr Infos dazu gibt es unter: https://www.tierheilpraxis-rheinau.de/leistungen-preise/


Bildquellen:
http://bildagentur.panthermedia.net
Portrait Yvonne Bach: Michael Rosenstiel, Offenburg

Internetquellen abgerufen in KW36/2017: 
http://www.mickler.de/potenzierung.htm
http://www.doktor-quak.de/wp-content/uploads/2014/01/Entwicklung-der-Potenzierung-.pdf (Download eines 32-seitigen PDFs von F. Dellmour: „Die Entwicklung der Potenzierung bei Samuel Hahnemann und nachträgliche Änderungen der Arzneiherstellung“)

Similia similibus curentur. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

Hallo ihr lieben Homöopathie-Interessierten! Diese Serie, die ich heute beginne hat mindestens 10 Teile (vielleicht kommt noch der ein oder andere Artikel dazu, wenn mich der kreative Eifer packt 😉 ) und den Zweck, Dir die Grundlagen und die Vorgehensweisen der klassischen Homöopathie näherzubringen. Viel Spaß beim Lesen!

Fast jeder hat ihn schon mal gehört: Den Satz „In der Homöopathie heilt man Ähnliches mit Ähnlichem“. (Du hast gehört, man würde Gleiches mit Gleichem behandeln? Nein, das ist nicht Homöopathie. Das ist Isopathie und die wirkt lange nicht so gut.)

Samuel Hahnemann studiert zunächst Medizin

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Samuel Hahnemann

Am 10. April 1755 geboren , beginnt der Sohn eines Porzellan-Malers 1775 mit einem Studium der Medizin in Leipzig. Ein Jahr später wechselt er nach Wien, um das Studium bei Dr. Joseph v. Quarin, dem Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, fortzuführen. Schließlich kehrt er wieder nach Deutschland zurück, um in Erlangen sein Studium der Medizin abzuschließen.

 

Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, beherrscht aber 6 Sprachen

Hahnemann verdient sich schon während des Studiums Geld, indem er chemische, pharmakologische und medizinische Arbeiten übersetzt.

Niederlassung als praktischer Arzt und dennoch wachsende Unzufriedenheit

Nach Erlangung der Doktorwürde lässt sich Hahnemann 1780 erstmals als praktischer Arzt in Hettstett (Sachsen-Anhalt) nieder. Allerdings ist er unzufrieden, da er seinen Patienten mit der damaligen Medizin keine echte Hilfe bringen kann. Er ist enttäuscht und betroffen durch die Widersprüchlichkeiten und das spekulative Theoretisieren in den medizinischen Wissenschaften.

Pharmazeutische Ausbildung, Heirat und arbeit als Amtsarzt

1781 macht er in Dessau noch eine praktische pharmazeutische Ausbildung und heiratet 1782 die Adoptivtochter des Apothekers, welche ihm 11 Kinder schenken wird. Er wird Physikus und arbeitet als Amtsarzt.

Aufgabe der Praxistätigkeit und Ablehnung der Professur im Bereich Chemie

Hahnemann ist ein unruhiger Mensch, zieht oft um, sucht nach einer Möglichkeit seinen Patienten besser helfen zu können und verlegt seine Tätigkeit zunehmend in den Bereich der Übersetzungen (2.200 Druckseiten), der Herausgabe eigener Schriften (darunter eine über Arsenikvergiftung) und der Chemie (Schwermetall-Nachweis nach Hahnemann von 1787).

1788 gibt er seine Praxistätigkeit sogar komplett auf und lehnt die ihm gebotene Professur an der Universität Wilna ab. Er schreibt dazu:

“Ich machte mir ein empfindliches Gewissen daraus, unbekannte Krankheitszustände bei meinen Brüdern mit diesen unbekannten Arzneien zu behandeln, die als kräftige Substanzen, wenn sie nicht genau passen (und wie konnte sie der Arzt anpassen, da ihre eigentlichen speziellen Wirkungen noch nicht erörtert waren?) leicht das Leben in Tod verwandeln, oder neue Beschwerden und chronische Übel herbeiführen können. (…)“

Hahnemann stößt auf einen Zusammenhang, der ihn stutzig macht.

1790 übersetzt Hahnemann eine Arzneimittellehre seines schottischen Kollegen William Cullen. Darin schrieb Cullen, dass die Rinde vom Chinabaum deshalb so erfolgreich gegen Malaria helfe, weil sie so bitter sei, dass sie den Magen und dadurch den ganzen Organismus stärke.

CHININ ist ein Bestandteil der Rinde des Chinabaumes, der in den Anden (vor allem in Equador, Provinz Loxa) auf einer Höhe von etwa 2000 Metern wächst und wird seit mehr als 300 Jahren gegen fieberhafte Erkrankungen und Krampfzustände eingesetzt.

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Der Chinarindenbaum gedeiht im Regenwald von Equador

Nachdem es einige erstaunliche Heilungen von Malaria gab, das bis dahin als unheilbar galt, ließ der spanische Jesuit Juan de Lugo die Chinarinde im Jahr 1650 patentieren. Er verkaufte sie unter dem Namen „Jesuitenpulver“.

Chinin wird auch heute noch allein oder in Kombination mit Antibiotika oral oder intravenös zur Therapie der Malaria verwendet. 

Hahnemann wundert sich sehr über die Aussage seines Kollegen, weiß er doch als Arzt und Pharmazeut, dass es weitaus bitterere pflanzliche Stoffe gibt, welche nicht gegen die Malaria helfen. Er ist interessiert an dem Wirkprinzip und fängt an Nachforschungen anzustellen warum gerade die Chinarinde sich so günstig bei Wechselfieber auswirkt.

Der Chinarindenversuch

Im Zuge dessen macht er einen Selbstversuch: Er nimmt die Chinarinde in gesundem Zustand ein und bekommt bereis nach kurzer Zeit Symptome wie Herzklopfen, Ängstlichkeit, Zittern, Zerschlagenheit, Wangenröte, Durst „Kurz – alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnliche Symptome“ wie Hahnemann handschriftlich festhält. Diese klingen erst dann wieder ab, wenn er aufhört Chinarinde einzunehmen und sind genau so schnell wieder da, wenn er mit der Einnahme fortfährt.

Es zeigen sich also am gesunden Menschen die Symptome einer Krankheit, für die diese Arznei als heilsam gilt. Sollte sich diese Erfahrung durchweg bestätigen, dann wäre, so Hahnemanns Überlegung, möglicherweise ein bislang unbekanntes Naturgesetz, ein neues Heilprinzip gefunden.

Hahnemann erprobt seine Theorie 6 Jahre lang, bevor er sie veröffentlicht

Hahnemann erprobt im Laufe der Zeit mehr als 100 Stoffe auf diesen Wirkmechanismus. Zunächst an sich und seiner Familie, später auch an seinen Patienten. Und tatsächlich bestätigt sich seine Vermutung bei systematischer Anwendung durchgängig:

Similia similibus curentur. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

Sein „neues Heilprinzip“ veröffentlicht er erstmals 1796. Er nennt es „Homöopathie“ was aus den griechischen Wörtern hómoios und pathos besteht. Es heißt so viel wie „ähnliches Leiden“. In dem Buch „Organon der rationellen Heilkunde“, in späteren Auflagen „Organon der Heilkunst“, fasste er seine Erkenntnisse zusammen.

Endlich hat er eine Methode gefunden die das Ideal erfüllt, welches Hahnemann bisher bei anderen Therapieformen vergeblich gesucht hat:

Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.

Organon VI, § 2

 

Homöopathie bei Tieren

1815 hielt Hahnemann selbst erstmals einen Vortrag vor Landwirten und Tierärzten über den Einsatz der Homöopathie bei Tieren.

Teil 2:  Wie Hahnemann den Effekt von potenzierten Mitteln entdeckte und weiterentwickelte.


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Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
Mehr Infos unter www.tierheilpraxis-rheinau.de


Mein Angebot:

Gesunde Ernährung ist die BASIS eines langen gesunden Lebens. Das gilt auch für unsere Tiere! Daher biete ich dir jetzt auch online / per E-Mail. Futterberatung und Barf-Planerstellung an.

Wenn du bereits roh fütterst, aber nicht sicher bist, ob dein Hund alle nötigen Nährstoffe erhält: Ich schaue ich mir deinen Futterplan gerne an, mache dir Verbesserungsvorschläge oder erstelle ggf. einen ausgewogenen Ernährungsplan.

Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

Mehr Infos dazu gibt es unter: https://www.tierheilpraxis-rheinau.de/leistungen-preise/


 

Quellenangaben:
Genneper/Wegener (Hrsg.), „Lehrbuch der Homöopathie“, Haug-Verlag, 2001, ISBN 3-8304-7054-1, Link zur aktuellen Auflage

Bildquellen:
https://pixabay.com
http://bildagentur.panthermedia.net

Internetquellen abgerufen in KW30/2017: 
https://www.arscurandi.de/fuer-patienten-interessierte/samuel-hahnemann/
http://www.peter-hug.ch/lexikon/chinarindenbaum/54_0220
http://www.homeoint.org/books4/organon/org000.htm
http://www.hahnemannia.de/html/start.htm
http://www.simillimum.net/Hist.Hahn.2.htm

http://www.netdoktor.de/medikamente/chinin/
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html
http://www.chinin.net/
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=33154

Teilnahme am „Liebster Award“ oder: mein Blogtipp für Dich.

Die liebe Iris Weinmann von MOMCOACH hat mich nominiert am „Liebster Award“ teilzunehmen. Herzlichen Dank dafür!

Obwohl ich erst skeptisch gegenüber diesem Blog-Kettenbrief war, habe ich mich doch schließlich dafür entschieden mitzumachen. Warum erfahrt ihr bei Frage 5.  🙂

Iris hat mir die folgenden Fragen gestellt:

  1. Warum hast du angefangen zu bloggen?
    Es war und ist mein Ziel Aufklärung zu betreiben warum ein (Tier-)homöopath mindestens eine dreijährige Fachausbildung absolviert haben sollte, um potenzierte Mittel (Globuli) fachgerecht und WIRKSAM einsetzen zu können.

    Außerdem möchte ich Hundehalter schulen, so dass sie im Akutfall ihre Hunde selbst behandeln können. Gleichzeit sollten sie aber auch wissen, wann sie lieber einen Fachmann aufsuchen und worauf sie bei der Wahl eines Tierhomöopathen achten sollten. 

    Ich finde es einfach so verdammt schade, dass die Homöopathie, aus Unwissenheit falsch angewendet, oft einfach gar nicht wirken kann.

    Wenn zum Beispiel niedrige D-Potenzen oder Komplexmittel über Wochen und Monate täglich verabreicht werden (oft „verordnet“ von Tierärzten oder Tierheilpraktikern ohne vernünftige homöopathische Ausbildung). Das die Mittel oft gar nicht wirken (weil sie nicht zu den Symptomen passen) wird dann allerdings nicht dem fehlenden Wissen der Anwender sondern der Homöopathie, oder den „Zuckerkügelchen die ja eh nicht viel nützen, aber auch nicht schaden können“ zugeschoben.

  2. Was waren deine größten Hürden, während dem Aufbau?
    Als zweifache Mama (meine Tochter ist 2010 auf die Welt gekommen und mein Sohn 2013) mit laufender Tierhomöopathie-Praxis ist meine größte Hürde absolut die Zeit. Ich hatte eigentlich vor,  immer so 1-2 Blogartikel „fertig im Regal“ liegen zu haben, damit ich auch im Urlaub einfach mal was freischalten kann, aber es ist mir bisher nicht wirklich gelungen. Ich arbeite dran 😉
  3. Warum ist es aus deiner Sicht wichtig sich als BloggerIn eine Nische zu suchen?
    Ich selbst habe auch schon Blogs denen ich gefolgt bin wieder verlassen, weil sie so breitgefächtert waren, dass mich nur jeder 5. Artikel überhaupt interesssiert hat. Deshalb finde ich eine Spezialisierung auf ein Hauptthema sehr sinnvoll.
  4. Muss man eine Leidenschaft und eigene Erfahrung für das Thema mitbringen über das man bloggt/youtubt?
    Vermutlich MUSS man sie nicht mitbringen um zu bloggen, aber ich bin sicher, dass ich meine Leser viel leichter fesseln und informieren kann, wenn mir das Thema wirklich am Herzen liegt.
  5. Warum machst du beim Liebster Award/ bei anderen Challenges mit und was gefällt dir daran?
    Das ist meine erste Challenge. Speziell am Liebster Award gefällt mir, dass meine Leser sowohl mich persönlich, als auch andere vielleicht noch andere interessante Blogs zum Thema Tier kennenlernen können.
  6. Hast du ein morgendliches Ritual mit dem du in den Arbeitstag startest?
    Ich trinke den 1. Kaffee meines Tages erst, wenn ich die Kinder in den Kindergarten gebracht habe. Das ist mein „Arbeitstagsauftakt“, bei dem ich auch noch in Ruhe durch Facebook schaue. Danach gehts los. Wobei ich gerne VOR dem Kaffee noch eine tägliche kleine Runde Sport einbauen würde – wieder etwas, an dem ich noch arbeite 😀
  7. Nenne 3 Glaubenssätze/Affirmationen, die du stärken möchtest?
    Ich kann alles schaffen. Schritt für Schritt.

    Durch meinen Online-Video-Kurs können viele Hundehalter in Deutschland von meinem Wissen als Tierhomöopathin profitieren und ihren Hunden helfen können.

    Ich darf Prioriäten setzen. Mit gutem Gewissen.

  8. Für welche drei Dinge bist du dankbar?
    Für meine tolle Familie. Damit meine ich nicht nur meine Kinder und meinen Mann, sondern meine ganze große Familie, die immer hinter mir steht und mich unterstützt.

    Die Natur.

    Das wir alle gesund sind.

  9. Was nervt dich an Facebook?
    Das, was wohl die meisten Leute an Facebook nervt: Es macht einfach süchtig und man muss sich ständig auf die Finger hauen nicht doch mal eben kurz zwischendurch mal reinzuschauen und seinen Arbeitsfluss so zu unterbrechen.

    Ganz schlimm ist auch, dass man den Eindruck bekommen kann, es würden nur noch Menschen mit radikaler Meinung rumlaufen.

  10. Was ist authentisches Marketing für dich?
    Meine Stärken, mein Wissen und meine Leidenschaft für etwas einzusetzen was dem, der es kauft auch einen persönlichen Nutzen bringt. So, dass beide Seiten von einem Kauf profitieren.
  11. Was wolltest du schon immer mal wissen und hast dich nie getraut zu fragen?
    Jetzt habe ich aber lange überlegt… mir fällt nichts ein. Denn normalerweise frage ich nach, wenn mich etwas wirklich interessiert. Immer. Je nach Laune entweder sofort oder manchmal auch erst, wenn ich mich mutig genug dazu fühle. Das schafft neue Erkenntnisse und macht Entwicklung auf allen Ebenen erst möglich.

 

Danke für die tollen Fragen! Ich wollte gerne gerne mind. 3 Blogs nominieren. Leider sind die viele wohl momentan so überflutet mit Award/Challenge-Anfragen, dass ich mich einfach mal nach dem Motto: „Klasse statt Masse“ auf EINE ganz tolle Nominierung beschränke:

Ich nominiere hiermit Claudia Hußmann, die neben ihrer Hundeschule vor Ort in 34576 Homberg (Efze) einen BLOG mit alltagstauglichen Tipps zur Welpenerziehung und einen ganz tollen 12 Wochen-Online-Kurs zur Welpenerziehung anbietet.

 

Meine 11 Fragen an Dich, Claudia:

  1. Was ist Deine Leidenschaft?
  2. Welcher Deiner Blog-Artikel liegt Dir ganz besonders am Herzen und warum?
  3. Wie findest du neue Themen für Deinen Blog?
  4. Welche Blogs liest Du selbst am liebsten?
  5. Gibt es etwas, dass Du schwierig findest bei Deiner Arbeit mit Mensch und Tier?
  6. Was macht Dich traurig?
  7. Wie tankst Du zwischendurch Energie auf?
  8. Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?
  9. Wie würde ein perfekter Tag für Dich aussehen?
  10. Was bringt Dich so richtig zum lachen?
  11. Welches persönliche oder berufliche Ziel verfolgst Du bis Juni 2018?

Viel Spaß! Ich bin gespannt auf deine Antworten.
Deine Yvonne

Globuli für Hunde – richtig eingesetzt!

Dein geliebter Vierbeiner hat akute Beschwerden? Du möchtest ihm schnell helfen aber nicht gleich Antibiotika/Cortison und Co. einsetzen? Ich erkläre Dir, wie du homöopathische Globuli für Hunde richtig einsetzt! Hier sind meine Tipps: 

Vorab: Bitte konsultiere sofort einen Tierarzt wenn die Symptome schon seit einigen Tagen bestehen und Deinen Hund stark beeinträchtigen (Abgeschlagenheit / Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, usw.). Im besten Fall liest Du diesen Artikel BEVOR es deinem Tier schlecht geht um dann für den Fall der Fälle informiert und ausgerüstet zu sein.

Und bevor wieder alle schreien, wie man nur im Akutfall mit Homöopathie rumhantieren kann: Homöopathie kann extrem schnell wirken. Ich rede hier von Minuten! Je akuter die Erkrankung und je schneller sie entstanden ist, umso schneller kann sie homöopathisch beseitigt werden. Innerhalb dieser Minuten, spätestens jedoch nach einigen Gaben innerhalb 1-2 Stunden, sieht man, ob das gewählte Mitte passt oder nicht.

Im hochakuten Fall (z.B. nach einem Unfall oder nach Insektenstichen im Maul- Halsbereich) kann man ein Mittel, dass passend erscheint, sofern man es sofort parat hat, auch einfach kurz vor der Fahrt zum Tierarzt verabreichen.

Homöopathie ist ganz klar Wissens- und Übungssache. Je mehr Mittel Du kennst und je besser du sie kennst, umso gezielter kannst Du nach dem Passenden suchen. Auch die Beobachtungsgabe muss geschult werden. Das geht nicht mit ein paar Behandlungen. Man muss es immer und immer wieder üben.

Um Globuli für Hunde (und andere Tiere) richtig einzusetzen, sollte man allerdings einige REGELN beachten:

  1. Welche Potenz? Vergiss bitte die niedrigen D Potenzen. Sie bergen die Gefahr von heftigen körperlichen Erstverschlimmerungen. Du kannst ganz beruhigt C30 Globuli verwenden, sofern du diese in Wasser auflöst und Teilgaben verabreichst.
  2. Wieviel? Eine kleine leere Wasserflasche zu etwa einem Drittel mit Leitungswasser füllen, 1-3 Globuli reingeben. Warten bis sich das Ganze aufgelöst hat und davon einen Teelöffel verabreichen. Das heißt man verabreicht Teilgaben. Reicht das echt? Ja!
  3. VOR JEDER Gabe die Flasche kräftig schütteln.
  4. Wie oft? Man kann im akuten Fall ein ausgewähltes Mittel 2-3x mit einem Abstand von 10-30 Min. wiederholen. In dieser Zeit muss man sein Tier genau beobachten. Die individuelle Reaktion zeigt die nötige Gabenhäufigkeit an.

Homöopathie ist eine HILFE ZUR SELBSTHILFE. Man gibt dem Körper mit dem passenden Mittel einen Impuls, um die Selbstheilung anzuregen und wiederholt diesen Impuls nur, wenn man sieht, dass der Impuls gehofen hat, jetzt aber wieder nachlässt.

Bei einem passenden Mittel wird Widerholung immer seltener nötig (z.B. 3x innerhalb der ersten 2 Stunden, 1x am nächsten Morgen und 1x am übernächsten Tag), weil der Körper mit jeder Gabe immer mehr in die Lage versetzt wird sich selbst zu helfen.

BEOBACHTE deinen Hund ab der 1. Gabe:

  • Du siehst nach ca. 20 Minuten keinen Unterschied zu vorher? Verabreiche ruhig noch 1-2x (jeweils nach dem Schütteln) einen TL der Lösung, wenn du dir sicher bist, das passende Mittel ausgewählt zu haben. Sollte sich danach immer noch nichts verändert haben, dann ist das Mittel vermutlich nicht passend.
  • Geht es dem Hund nach der Mittelgabe insgesamt besser? Super! Vor einer weiteren Gabe bitte zunächst abwarten, bis der Zustand wieder rückläufig ist!
  • Wirkt der Hund nach der Gabe vitaler? Hat er wieder mehr Energie, vielleicht Appetit? Weniger Schmerzen, weniger nervöse Unruhe? Aber die körperlichen Lokalsymptome sehen schlimmer aus? Gut, das ist der Effekt den man Erstverschlimmerung nennt. Hier ist ebenfalls ABWARTEN angesagt. Lass das Mittel auswirken, fülle etwas mehr Wasser in deine Flasche mit dem Mittel (die Gabe war etwas zu stark) und wiederhole erst, wenn die Verbesserung wieder nachlässt.
  • Die körperlichen Symptome sind besser aber der Hund ist jetzt appetitlos, kraftlos, desinteressert? Bitte keine weitere Gabe! Das ist KEINE Erstverschlimmerung. Das Mittel passt nicht. Bitte suche einen Tierarzt oder Tierhomöopathen auf.
  • Dir fallen Symptome auf die vor der Mittelgabe nicht da waren? Bitte ebenfalls keine weitere Gabe! Es ist ein Hinweis des Körpers, dass das Mittel nicht ganz passt. Notiere Dir die neuen Symptome und suche ein Mittel heraus, welches alle Symptome abdeckt oder kontaktiere deinen Tierhomöopathen.


Und hier kommen die Mittel

Ich behandle in diesem Beitrag die Themen Insektenstiche, Verletzungen und fieberhafte Zustände:

CALENDULA-URTINKTUR (Ringelblume)
Diese solltest Du wirklich zuhause und in Deiner Handtasche haben. Man kann sie bei jeder Art Verletzung äußerlich anwenden. Bei Hunden am besten in Wasser aufgelöst, da die Urtinktur ca. 60% Alkohol enthält und ansonsten dementsprechend brennt. Einfach einige Tropfen in etwas Wasser auflösen bis das Wasser sich leicht bräunlich/gelblich verfärbt und ab damit auf die Wunde. Ruhig mehrmals wiederholen. Das ist eigentlich nicht homöopathisch sondern Pflanzenheilkunde 😉 Und sehr hilfreich.

INSEKTENSTICHE
APIS 

(Die Honigbiene) wird ja in der Regel als DAS Mittel empfohlen, wenn es um die Behandlung von Bienenstichen geht. Doch sollte man hier bedenken: Homöopathie behandelt ÄHNLICHES mit ÄHNLICHEM und nicht Gleiches mit Gleichem (das ist Isopathie). Es gibt auch noch einige andere Mittel welche die Folgen von Bienenstichen abdecken können. Wenn Apis also nicht ausreichend wirkt, dann sind zum Beispiel VESPA oder auch LEDUM (siehe unten bei VERLETZUNGEN) in Betracht zu ziehen. Apis wird angewendet bei Schmerzen und Nesselsucht/Nesselfieber mit transparenten Quaddeln, wachsartigem, durchsichtigem, weißlichem oder gelblichem Ödem. Auch nach Insektenstichen, die sich durch Kälte (kalte Umschläge) bessern und bei Hitze und Berührung verschlechtern. Das Tier zeigt körperlicher Unruhe, Gereiztheit und Durstlosigkeit.

VESPA
Auch Vespa hat diese ödematöse transparente Schwellung mit sehr starken Schmerzen und extremem Juckreiz. Verlangen nach frischer Luft (schlechter in geschlossenen Räumen) und besser durch kalte (Essig-) Umschläge. Angezeigt auch bei Schockzuständen mit Krampfanfällen nach einem Stich, die sich in warmen Räumen verschlimmern. Starke Schwellungen der Mundschleimhäute und im Hals mit roter stark geschwollener Zunge.

VERLETZUNGEN
ARNIKA
Das ist wohl eines der bekanntesten homöopathischen Mittel. Es gibt Menschen die Arnika bei jeder Art von Verletzung sofort einsetzen ohne auch nur abzuwarten, ob sich überhaupt behandlungsbedürftige Symptome entwickeln. Das sollte man absolut vermeiden!

  1. kann man nicht vorsorglich behandeln, ohne Symptome ist keine Mittelwahl möglich!
  2. darf man dem Körper durchaus zutrauen auch mal was allein zu schaffen (der kann wirklich kleine Wunden und blaue Flecken selbst reparieren) und vor allem:
  3. Arnika ist gar nicht bei jeder Verletzung angezeigt!

EMPFEHLUNG: Statt Arnika innerlich, setze zunächst Calendula äußerlich ein und warte ab, wie sich die Verletzung entwickelt.

Arnika ist angezeigt bei bei frischen (Muskel-)prellungen mit Schwellung (Einblutung ins Gewebe) in Folge von eines Stoßes, Schlages oder anderen stumpfen Traumata. Wenn man der Beule beim Anschwellen zusehen kann, kann eine sofortige EINMALIGE trockene Gabe Arnika C30 oder C200 die Blutung stoppen und den Heilungsverlauf fördern!

Wenn eine Verletzung stark blutet, besonders innerlich (siehe oben) aber auch äußerlich.

Bei starken oder unstillbare Nachblutungen nach Operationen. (Deshalb Arnika bitte nicht vorsorglich einsetzen! Lies dazu auch meinen Artikel zu diesem Thema.)

Bei nächtlicher Ruhelosigkeit (als könne er keine bequeme Position finden), nach ungewohnten langen Spaziergängen oder Wanderungen (durch Muskelkater).

Besonders wenn der Hund in Kombination mit der akuten Verletzung und Schreck/Schock z.B. nach Unfall plötzlich ängstlich zurückweicht oder anfängt zu knurren, wenn man nur in die Nähe der Verletzung kommt, ist Arnika angezeigt. Der Hund ist äußerst schmerzempfindlich und hat Angst vor Berührung, will seine Ruhe.

LEDUM
Wenn die (kalte) Schwellung nach einer Schlagverletzung trotz Arnika bestehen bleibt, kann Ledum  das passende Folgemittel sein.

Nach (tiefen) Biss- oder Stichverletzungen (Splitter, Nägel, Dornen), wenn sich der betroffende Bereich trotz Schwellung und Infektion kühl anfühlt und sich durch Wärme verschlimmert. Durch kalte Anwendungen (eiskalte Bäder oder Umschläge ) tritt Besserung ein. Es wird geradezu danach verlangt, die Hunde springen beispielsweise ins kalte Wasser um den innerlichen brennenden Schmerz loszuwerden.

Bei einer Entzündung die sich UNTER der Haut abspielt (z.B. Phlegmone) mit starker Schwellung (auch ohne sichtbare Verletzung) und die sich kalt anfühlt ist Ledum ebenfalls angezeigt.

Stark juckende Insektenstiche mit lokaler kalter Schwellung.

 

FIEBERHAFTE ZUSTÄNDE
BELLADONNA
Bei Schwellungen und Entzündungen die sich plötzlich entwickeln, heiß, rot und hochempfindlich sind kann Belladonna helfen. Belladonna-Entzündungen verlaufen sehr heftig. Kälte, Berührung und Bewegung verschlimmern hier! Trotz der heißen Entzündung bessert Wärme.

Das Mittel ist auch hochwirksam z.B. gegen Fieber, Hitzschlag und akute heftige Halsentzündungen, wenn diese zusammen mit den genannten Symptomen auftreten. Häufig wird der Zustand nachts ganz schlimm. Obwohl der ganze Körper heiß ist, sind die Pfoten oft kühl. Höchste Erregbarkeit und Schreckhaftigkeit (sieht „Gespenster“), Fieber, kann jedoch nichts trinken (wendet den Kopf ab oder flüchtet, sobald er Wasser angeboten bekommt). Licht verschlimmert (sehr lichtempfindlich, flüchtet vor dem Licht) Die Pupillen können geweitet sein. Der Patient kann wütend auf Annäherung reagieren, weil die geringste Erschütterung oder Berührung für ihn unerträglich schmerzhaft ist.

ACONITUM
Beginnende Fieberzustände die sich abends und nachts entwickeln. Beim Aufstehen aus liegender Position kann der Kreislauf versagen, der Hund hat danach Angst wieder aufzustehen. Anders als Belladonna hat der Patient jedoch einen großen (fast unstillbaren Durst) und trinkt große Mengen  (kaltes) Wasser. Obwohl der Hund friert, mag er es nicht gewärmt zu werden. Er hat außerdem Angst vorm Alleinsein (Belladonna will seine Ruhe). Wärme verschlechtert (bei Belladonna bessert Wärme). Auslöser kann eine körperliche (z.B. plötzliche Abkühlung aus erhitzen Zustand) oder geistige (Schreck, Schock) Stress-Situation gewesen sein.

Wie bei Belladonna ist der Patient stark schmerzempfindlich. Aconitum ist panisch, nervös und unruhig. Belladonna wirkt eher wütend oder verwirrt.

Gerade bei Aconitum und Belladonna ist der Zustand nicht immer ganz eindeutig. Hier sollte man sich besonders an den psychischen Symptomen orientieren.

  • Nervöse Unruhe, großer Durst auf kaltes Wasser und Angst (vorm Alleinsein) = Aconitum
  • Eher Ruhebedürftig, aggressiv und Durstlos bzw. Schluckbeschwerden = Belladonna

Wenn die Symptome nachts auftreten und der Hund nach der Mittelgabe eine Weile ruhig schlafen kann, dann war das Mittel richtig gewählt (auch wenn das Fieber zunächst bestehen bleibt) und muss erst wiederholt werden, wenn der Zustand sich wieder verschlechtert.


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Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
Mehr Infos unter www.tierheilpraxis-rheinau.de


Mein Angebot:

Gesunde Ernährung ist die BASIS eines langen gesunden Lebens. Das gilt auch für unsere Tiere! Daher biete ich dir jetzt auch online / per E-Mail. Futterberatung und Barf-Planerstellung an.

Lies auch meine Blog-Artikel zum Thema „Ausgewogen barfen“:
– Teil 1: Futterzusammensetzung
– Teil 2: Wissenwertes über Muskelfleisch

Wenn du bereits roh fütterst, aber nicht sicher bist, ob dein Hund alle nötigen Nährstoffe erhält: Ich schaue ich mir deinen Futterplan gerne an, mache dir Verbesserungsvorschläge oder erstelle ggf. einen ausgewogenen Ernährungsplan.

Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

Mehr Infos dazu gibt es unter: https://www.tierheilpraxis-rheinau.de/leistungen-preise/


Bildquellen:
Mein Wissen aus 4 Jahren Tierhomöopathie-Ausbildung und die Erfahrung aus angewandter Homöopathie seit 2008.

Buch: „Erste Hilfe durch Homöopathie“ von Dr. Manuel Mateu i Ratera, ISBN: 3-929271-10-9

http://www.gromaverlag.ch/arzneimittelverzeichnis.html (abgerufen am 6.6.2017)

Mein Hund ist krank! Oder – Bioresonanz kann auch was.

Hallo ihr Lieben, heute will ich euch mal einen Schwank aus meinem Leben erzählen. Als Hundehalterin und Mama von zwei Kindern und als Mensch, der manchmal auch an seine Grenzen stößt und für diesen Fall sinnvolle Lösungen sucht.

Die Homöopathie ist an sich ja schon ein dolles Ding: Ich habe in meiner Ausbildung insgesamt vier Jahre lang Tiermedizin und Tierhomöopathie bei animalmundi in Freising bei München gelernt. Drei Jahre davon vorwiegend die Theorie in Tiermedizin, Verhaltenskunde, klassischer Tierhomöopathie und Arzneimittellehre. Während des  vierten Ausbildungsjahres durfte ich meine theoretisch gewonnen Erkenntnisse praktisch bei verschiedenen praktizierenden Tierhomöopathen und auch bei zwei homöopathisch arbeitenden Tierärzten erproben. Mein ganzes inneres Bild der Medizin wurde in dieser Zeit umgekehrt, man kann fast sagen ins Gegenteil. (Wenn Du Dich schon mal eingehender mit der Homöopathie beschäftigt hast, dann weißt Du vielleicht wovon ich rede. Falls Du interessiert bist: Das Buch „Die Reise einer Krankheit“ ist sehr empfehlenswert um einen ersten Einblick in die homöopathische Denkweise zu bekommen.)

Nun startete ich 2008 in die Praxisarbeit voller Wissen, Tatendrang und mit dem Ziel soviele Tiere wie möglich ganzheitlich und allein nach den Regeln, die Hahnemann im in seinen Büchern festgehalten hat, zu behandeln. Man hat das Gefühl es ist alles möglich, man braucht keine andere Therapiemethode, denn mit dem passenden Mittel kann man jede Krankheit erfolgreich behandeln.

Das funktioniert tatsächlich auch sehr gut. Es gibt diese Fälle, die einfach super laufen. Man bekommt während des Erstgesprächs ein „Gefühl“ für das Problem und das Wesen des Tieres und das Tier zeigt eine gut repertorisierbare Symptomatik. Dann teilt man den Haltern, nach der Repertorisation zuhause, das passende Mittel und die auf den Fall gewählt Potenz mit, die Halter geben es dem Tier und WUMMS – das Tier ist plötzlich voll Energie, viel zutraulicher, mutiger, vielleicht auch frecher aber insgesamt einfach gesünder als vorher und auch die körperlichen Symptome bessern sich im Laufe einiger Wochen. Und nach zwei drei Gaben des Mittels in aufsteigender Potenz kann das Tier als gesund „entlassen“ werden.

Die meisten Heilungsverläufe starten weit weniger schnell und spektakulär (besonders bei lang bestehenden chronischen Erkrankungen), eine Besserung im Gemütsbereich ist sichtbar aber nicht ganz so plötzlich, die körperlichen Symptome bessern sich langsam, der Verlauf ist einigermaßen stabil, es gibt es immer mal wieder Höhen und Tiefen. Aber insgesamt stimmt die Richtung.

Doch leider gibt es auch immer wieder Fälle die rein homöopathisch einfach nicht so perfekt laufen. Manchmal hat man von Anfang an Probleme das passende Mittel zu finden, manchmal passt das erste Mittel super, doch das Symptombild verändert sich und plötzlich beißt man sich die Zähne am Fall aus.

Und dann steht man plötzlich selbst vor dem Problem: Unser eigener Hund (der natürlich schon oft erfolgreich homöopathisch behandelt wurde) „Lion“, ein 10-jähriger Landseer (siehe Foto) war am Mittwoch plötzlich – keine Ahnung woher – von einem schlimmen Durchfall betroffen. Und ich meine wirklich schlimm (ich musste ihm sogar das Fell an Po, Hinterbeinen und Rute großflächig abschneiden, da es sich einfach nicht mehr sauberwaschen ließ). Nachts mussten wir ihn mehrfach rauslassen und er machte dennoch in den Flur. Da er Mittwoch und Donnerstag aber ansonsten fit wirkte, wie gewohnt fraß und beim Spaziergang am Donnerstag sogar Rehe jagte (also, soweit das als Hundeopa noch möglich ist – sprich: man galloppiert 50 Meter hinterher und dreht dann gaaaanz unauffällig ab, weil ‚da plötzlich irgendwas extrem gut riecht‘), machte ich mir noch nicht so viele Sorgen, wenn ich ihn auch genau beobachtete. Was raus muss, muss halt raus und dann wirds wieder gut sein – dachte ich (als Tierhomöopathin vertraut man ja grundsätzlich erst mal auf starke Selbstheilungskräfte). So war es aber leider nicht.

Am nächsten Morgen, Freitag, lag morgens Erbrochenes im Flur, das Fell des Hundes bewies am Vormittag, dass auch der Durchfall nicht weg war und Herr Hund verweigerte sein Futter am Morgen, am Mittag und am Nachmittag wollte er nicht einmal mehr spazieren gehen… puh – Schweißausbruch. Natürlich habe ich den ganzen Tag versucht ein passendes homöopathisches Mittel zu finden. Jedoch wurde der Hund auch nach der Wahl des 3. Mittels immer nur noch unmotivierter (und zusehens dünner). Ich war am Abend echt am Ende mit meinem Latein und tatsächlich in diesem Moment bereit ihm alles zu geben, nur, damit er wieder auf die Beine kommt. Ja, ich hätte eine Kollegin anrufen können weil man beim eigenen Tier ja oft Scheuklappen auf hat. Dass ich an ebendiesem Nachmittag außerdem neben meinen Kindern (3 und 6 Jahre) zusätzlich auch noch unseren Pflegehund beschäftigen musste, war vermutlich auch nicht gerade förderlich für eine treffende Mittelwahl. Sei es drum, es war klar – wir müssen spätestens am nächsten Morgen, Samstag, zum Tierarzt.

Nun hatte ich, wie der Zufall es will, genau an diesem Freitag vormittags eine Einführung in Bioresonanz mit anschließem Leihgerät (mit großer Skepsis und rein interessehalber, weil ich in letzter Zeit so viel positives darüber gehört hatte). Nun also, warum sollte ich es nicht testen, wenn ich es schon mal da hatte UND einen kranken Hund? Schlimmer konnte es eigentlich nicht werden. Also gab ich die Frequenzen für „Vitalisierung“, „Gastritis akut“, „Brechdurchfall“, „Diarrhoe“ und „Verdauungssystem Physiologie gesamt“ ein, schob die Decke vorsichtig an den Hund und startete das Gerät.

Der war erstmal irritiert, als ich mit meiner verkabelten Decke ankam und ihn mit Argusaugen betrachtet wie er da so lag, die Vorderpfoten auf der Decke. Er stand dann ein paar Minuten später auf und ich dachte – ok, das wars jetzt – und legte sich komplett auf die Decke (zugegebenermaßen mit meiner Motivation – aber hätte der Dickkopf nicht gewollt, hätte ich auch einen Kopfstand auf dem Tisch machen können – dann hätt er sich halt woanders hingelegt. Ihr glaubt nicht, wie stur so ein Landseer sein kann!). Und da lag er nun, die komplette halbe Stunde, bewegungslos und offensichtlich tiefenentspannt. Bis das Gerät durch lautes Piepsen darauf aufmerksam machte, dass die „Harmonisierung“ nun beendet war.

Und dann?

Stand er auf und sah mich herausfordernd an… OK, dachte ich, und sagte ungläubig, halb zu mir selbst, halb zum Hund und halb zu meinem Mann, der sich das Spektakel vom Wohnzimmer aus anschaute: „Du willst jetzt aber nicht wirklich was fressen oder?“ Holte aber dennoch das Fleisch, welches er noch eine Stunde vorher, sowohl aus meiner als auch aus der Hand meines Mannes verweigert hatte, aus dem Kühlschrank und ging nach unten, bemüht, mir nicht allzuviel Hoffnung zu machen. Aber: er fraß. Ein Drittel der Fleischration fraß er mir aus der Hand. Dann legte er sich auf seine Schlafdecke und pennte. Er musste in dieser Nacht nicht noch einmal raus. Er hatte dann zwar am nächsten Tag noch Durchfall, aber auch wieder Appetit und ging begeistert mit mir spazieren.

Den restlichen Druchfall bekam ich aber mit vorsichtiger Anfütterung und tataaa dann auch mit dem in RUHE und sorgsam auf die Symptome ausgewählten homöopathischen Mittel in den Griff. Und Sonntags war er glücklicherweise wieder ganz der Alte.

Hund_gesund

Auch wenn ich zunächst überlegt hatte, mir selbst jetzt auch so ein Gerät anzuschaffen. Ich bleibe doch bei meiner Kernkompetenz, der klassischen Homöopathie. Denn diese habe ich 4 Jahre lang erlernt und seitdem meine Kenntnisse in meiner Praxis, während fachspezifischer Fortbildungen und in meinem privaten Umfeld seit 2008 vertieft und verfestigt. Darin bin ich Fachfrau. Wenn ich Blockaden erkenne, die der homöopathischen Behandlung im Wege stehen, dann kommuniziere ich das, berate mich mit Kolleginnen oder, wenn gar nichts mehr geht, empfehle ich dir einen anderen Fachmann (beispielsweise einen Tierphysiotherapeuten, einen Tierarzt, einen Tierverhaltenstherapeuten) in einem Bereich, der euch gezielt weiterhelfen kann. Oft bringt das den Fall dann wieder auf den Weg und dann klappt es auch wieder mit der homöopathischen Behandlung.

Dein Tier ist trotz allen schulmedizinischen und naturheilkundlichen Bemühungen immer wieder angeschlagen (körperlich oder psychisch)? Du bist verzweifelt, hast schon alles Mögliche erfolglos ausprobiert und weißt einfach nicht mehr weiter? Finde jetzt heraus, ob wir gemeinsam deinem Tier helfen können.  Vereinbare einen kostenlosen und unverbindlichen Telefontermin mit mir. Ich freue mich, Dich und Deinen tierischen Gefährten  kennenzulernen!

Deine Yvonne

Thuja – Wundermittel gegen Warzen und Impffolgen?

Hallo ihr Lieben,
heute gibt es viele Informationen zum homöopathisch potenzierten Mittel Thuja occidentalis – dem Lebensbaum – besonders im Bezug auf Impfungen und Warzen.
Viel Spaß beim Lesen!

Als homöopathisch potenziertes Mittel ist Thuja bei vielen Menschen – auch Tierbesitzern –  sehr beliebt im Einsatz gegen die möglichen negativen Folgen von Impfungen und gegen Warzen. Aber woher kommt das und stimmt es wirklich, was man dem homöopathischen Thuja alles nachsagt?

Impfungen sind umstritten. Einerseits möchte man den bestmöglichen Schutz vor Krankheiten für sein Tier, andererseits hat wohl jeder schon von unerwünschten, zum Teil tragischen Impffolgen gehört. Das schafft eine große Unsicherheit. Was tun? Nun wird einem überall im Internet, in den sozialen Medien und vielleicht sogar von Freunden und Bekannten zugetragen, Thuja in potenzierter Form könne vor schädlichen Impffolgen jeglicher Art schützen.

Wie wunderbar! Einerseits kann man so dem Rat seines Tierarztes Folge leisten und den größtmöglichen Impfschutz für sein Tier erreichen, andererseits ist man mit der einfachen Gabe von ein paar harmlosen Globulis vor und/oder nach der Imfpung geschützt vor möglichen unerwünschten Nebenwirkungen?! Klingt perfekt, oder? Vermutlich könnt ihr euch es selbst schon denken, aber leider ist es, wie so vieles im Leben, eben nicht so einfach und perfekt wie es klingt.

Schauen wir uns aber nun erst mal an, wogegen das homöopathische Mittel Thuja überhaupt helfen kann. Die Leitsymptome (Symptome die während den Arzneimittelprüfungen wiederholt bei verschiedenen Individuen auftraten) von Thuja sind folgende:

Mangel an Selbstvertrauen, Gefühl von Wertlosgkeit, Innerer Zweifel, der Patient versucht daher zum eigenen Schutz ein äußeres Image aufzubauen, dass seine Schwäche und die Angst von anderen nicht gemocht zu werden, verdeckt. Thuja hat Angst vor Kontrollverlust und ist deshalb (um sich selbst zu schützen) anmaßend und herrschsüchtig.

Körperlich stehen Entartungen, Gewächse und Tumore, chronische Nebenhöhlen- und Atemwegserkrankungen sowie Erkrankungen der Genitalien im Vordergrund. Übelriechender fettiger Schweiß und Warzen an allen möglichen Stellen des Körpers (Hände und Finger, Genitalien, Fußsohlen, in Gesicht und auf den Augenlidern).
(Roger Morrison, Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, Kröger Verlag, 2. überarb. Auflage 1997)

Hahnemann sah anhand der Symptome die Thuja auslösen kann, zunächst, dass es ein hilfreiches Mittel gegen die Feigwarzen-Krankheit (eine meist durch die HPV-Infektion übertragene Geschlechtskrankheit) sein kann, weil deren Symptome häufig in ihrer Gesamtheit, zu denen die Thuja erzeugen kann, passen. Impfungen gab es zu Hahnemanns Zeiten noch nicht.

Die erste Imfpversuche gegen Blattern (Pocken) unternahm 1798 der britische Landarzt Edwart Jenner in einem wagemutigen Experiment. Dazu ein spannender Ausschnitt aus einem Artikel von 1967, interessanterweise aus DER SPIEGEL:

„(…) Mägde und Knechte, die sich zufällig mit Kuhpocken infiziert hatten, waren — so wußten die Ärzte — gegen die schwarzen Blattern gefeit. Jenner übertrug erstmals absichtlich Flüssigkeit aus einer Kuhpocken-Pustel in eine Hautwunde eines Patienten. Bei dem Impfling bildete sich ebenfalls eine Pustel, deren Sekret Jenner weiteren Gesunden einimpfte. Alle Patienten, so zeigte sich, waren fortan gegen die Blattern immun — die harmlosen Kuhpocken-Erreger hatten im Körper der Geimpften die Produktion von Abwehrstoffen angeregt, die auch gegen die Menschenpocken wirksam sind.

Lange Zeit machte der verblüffende Erfolg der Impfungen die Ärzte blind für Impfschäden. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts, so vermeldet das Impfhandbuch des Münchner Tropenmediziners Professor Albert Herrlich, waren die Mediziner bemüht, „alle Nebenreaktionen zu verharmlosen“.

In Wahrheit war die Pocken-Prophylaxe von jeher riskanter als andere Impfungen. Die Kuhpocken-Viren können beispielsweise vom Blut aus dem Impfschnitt ausgeschwemmt und in den Organismus verschleppt werden — Impfpusteln am ganzen Körper sind die Folge. (…)“ DER SPIEGEL Ausgabe 15/1967, „Tödlicher Schutz“, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46437639.html

Und hier erklärt sich schon von selbst, dass die heilsame Wirkung Thujas keinesfalls für alle Folgen jeder Impfung die heutzutage durchgeführt wird gelten kann: Zu dieser Zeit, als die ersten Impfungen vorgenommen wurden, war ein Schüler Hahnemanns – Clemens von Bönninghausen – bemüht die oben genannten Folgen der damaligen Pockenimpfung zu behandeln. Dabei stellte sich heraus, dass Thuja oft das hilfreichste Mittel war. Denn das Arzneimittelbild von Thuja, mit seinen vielen Warzen, ist dem der oben beschriebenen Impfpusteln sehr ähnlich. Hier gab es aber eine ganz klare Ursache – die Impfung – die durch Verbreitung des Kuhpocken-Erregers in die Blutbahn eine akute Bildung von Pocken am ganzen Körper auslöste. In diesem akuten Fall war Thuja wunderbar passend. Und so fand die Rubrik „Allgemeines, Impfung: Beschwerden nach“ (Siehe Beitrags-Foto: aus dem Complete Repertory, deutsche Ausgabe 2007, von Roger van Zandvoort, Similimum Verlag) seinen Einzug in das Repertorium. Diese Rubrik enthält inzwischen ca. 60 Mittel. Jedoch ist sie mit Vorsicht zu genießen, da verständlicherweise diese Mittel nicht aus einer Arzneimittelprüfung stammen können. Es ist zum größten Teil eine sogenannte „klinische“ Rubrik.

Viel wichtiger als die Ursache der Beschwerden ist aber bei der homöopathischen Anamneseerhebung ohnehin immer die individuelle Gesamtheit der vorliegenden Symptome. Wer noch mehr fachliches zu dem Thema erfahren möchte, dem sei das PDF von Stefan Reis „Thuja, Sykose und Imfpung – Causa und Effekt“ (PDF-Download) ans Herz gelegt.

Bei den ganzen Warzen im Arzneimittelbild von Thuja ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass es heutzutage gegen Warzen aller Art empfohlen wird. Das Problem dabei liegt aber darin, dass ein Mittel, welches nur auf EIN KÖRPERLICHES Symptom hin ausgewählt wird, dieses auch einfach nur „verschwinden lassen“ kann. Man könnte jetzt sagen: Wunderbar, so soll es doch sein… ABER: Plötzlich verschwundene Hautsymsptome sind in der Homöopatie ein ganz klares Indiz für eine Unterdrückung. Das heißt, es hat keine Heilung von innen heraus stattgefunden, das Grundproblem (der innere Stressor, der dazu führt, dass der Körper überhaupt erst Symptome entwickelt) ist nicht gelöst. Und deshalb werden die Warzen entweder wiederkommen oder der Körper sucht sich irgendwann eine andere Ausdrucksmöglichkeit für sein inneres Problem und das dann vielleicht nicht mehr auf der Haut, sondern im Bereich des Darmes oder der Atemwege (also auf einer tieferliegenden Ebene).

Zurück zur Impfung: Eine vorbeugende Gabe von Thuja VOR einer Impfung hat höchstens zur Folge, dass der Körper doppelt belastet wird: nämlich mit der Impfung und einer unpassenden homöopathischen Arzneimittelgabe. Auch eine vorbeugende Gabe NACH der Impfung ist unsinnig, wenn gar keine Thuja Symptome bestehen. Man kann nur behandeln, was sich in Symptomen (geistiger oder körperlicher Art) bereits manifestiert hat.

Es ist aber ja auch keineswegs gesagt, dass euer Tier nach einer Impfung Probleme bekommt. Informiert euch aber bitte in jedem Fall selbst genau, welche Impfungen für euer Tier sinnvoll sind und impft nicht einfach alles, „weil man das halt so macht“. Einen  Artikel darüber, wo man sich informieren kann, findet ihr beispielsweise hier: http://blogs.faz.net/tierleben/2013/05/31/impfen-oder-nicht-die-neue-skepsis-der-tierhalter-179/ Und WENN ihr nach einer Impfung tatsächlich den Eindruck habt, dass diese bestimmte Symptome ausgelöst hat, lasst einen klassischen Tierhomöopathen an euer Tier, der aufgrund seiner mehrjährigen Fachausbildung in der Lage ist ein passendes Mittel für diese indiviuellen Symptome herauszusuchen. In diesem Fall sollte man außerdem sehr kritisch überdenken, ob man in Zukunft dem Tier diese Imfpung noch einmal zumuten will.

Noch zum Schluss, weil es immer wieder auch in diesem Zusammenhang zur Sprache kommt: man kann mit Homöopathie nicht „Impfen“ nicht „Ausleiten“ und auch nicht vorsorglich behandeln. Man kann dem Körper „nur“ seine eigenen, bereits vorhandenen Symptome mit der Gabe des passenden homöopathischen Mittels vorspiegeln. Je ähnlicher dieses Spiegelbild den Zustand des Körpers wiedergibt, umso umfassender wird die ausgelöste Heilreaktion ausfallen. Und diese beginnt immer von innen, bei der Energie, beim Schlaf, bei der guten Laune. NIE von außen. Das heißt aber auch, dass Hautsymtome, besonders chronische, IMMER als letztes Verschwinden und NIE als erstes. Sonst läuft was falsch. Und jeder gut ausgebildete Homöopath wird während einer Behandlung genau darauf achten.


yvonnebach

Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
Mehr Infos unter www.tierheilpraxis-rheinau.de


Mein Angebot:

Gesunde Ernährung ist die BASIS eines langen gesunden Lebens. Das gilt auch für unsere Tiere! Daher biete ich dir jetzt auch online / per E-Mail. Futterberatung und Barf-Planerstellung an.

Wenn du bereits roh fütterst, aber nicht sicher bist, ob dein Hund alle nötigen Nährstoffe erhält: Ich schaue ich mir deinen Futterplan gerne an, mache dir Verbesserungsvorschläge oder erstelle ggf. einen ausgewogenen Ernährungsplan.

Bist du dir nicht sicher ob du barfen sollst oder wie gut das bisherige Futter für dein Tier ist? Suchst du vielleicht eine Lösung zwischen BARF und Trockenfutter? Alles ist möglich. Kontaktiere mich gerne! Ich schaue mir dein bisheriges Futter an und berate dich ggf. wie du die Ernährung deines Hundes oder deiner Katze aufwerten kannst. Bei der Futterumstellung begleite ich dich gerne mit Tipps oder auch homöopathisch.

Mehr Infos dazu gibt es unter: https://www.tierheilpraxis-rheinau.de/leistungen-preise/

Deine Yvonne

Schüssler-Salze aus homöopathischer Sicht

Hallo ihr lieben, eigentlich hatte ich ja versprochen das Thema Thuja und Impfungen aufzugreifen. Jedoch brennt mir momentan ein anderes Thema unter den Nägeln, was erst ausgeführt werden will. Ich verspreche, danach kommt Thuja dran. 🙂

In letzter Zeit lese und höre ich häufig: „wir behandeln das homöopathisch mit Schüssler-Salzen“. Was es mit den Schüssler-Salzen auf sich hat, woher sie ursprünglich stammen, ob es sich dabei um Homöopathie handelt und was ich als klassische Homöopathin davon halte, möchte ich hier näher erläutern.

Was man festhalten kann ist, dass es sich bei Schüsslersalzen tatsächlich um einen „Ableger“ der ursprünglichen homöopathischen Lehre handelt.

Ein paar Informationen zur Homöopathie

Die Anwendung der Arzneien nach dem Prinzip „Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt“ nannte Hahnemann 1807 erstmals „Homöopathie“.
Ursprünglich um giftige Ausgangsstoffe wie z.B. Belladonna (die Tollkirsche) ungefährlich zu machen, verdünnte und verschüttelte Hahnemann sie nach einem bestimmten Prinzip. Dabei entdeckte er, dass auch im Urzustand arzneilich unwirksame Ausgangsstoffe, wie z.B. Kochsalz (Natrium chloratum) durch diese Potenzierung spezifische Heilwirkungen entwickelten. Deshalb sind alle homöopathischen Arzneien potenziert.

Welches homöopathische Arzneimittel gegen welche Krankheiten wirkt, fand Hahnemann heraus indem er möglichst viele unterschiedliche gesunde Personen diese Arznei solange einnehmen ließ bis sie Symptome entwickeln. Das ist die sogenannte Arzneimittelprüfung. Diese Symptome werden schriftlich erfasst und in den Arzneimittelehren und Symptomverzeichnissen festgehalten. Der homöopathische Weg zum passenden Mittel führt von der Erstanamnese (etwa 2-stündiges Gesprach vor Ort, ggf. mit körperlicher Untersuchung, Beobachten des Verhaltens und dem Zusammentragen aller vorhandenen Symptome), über die Repertorisation (Symptomkombination des betreffenden Patienten) zu den Mitteln, die die meisten dieser Symptome abdecken. Welches von diesen Mitteln am besten zum Patienten passt, schlägt man dann in den Arzneimittellehren nach.

Nun zu den Schüssler-Salzen

1873 (also mehr als 60 Jahre NACH der Entwicklung der Homöopathie) stellte der homöopathische Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler „eine abgekürzte Therapie gegründet auf Histologie und Cellularpathologie “ in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung vor. Er nannte die Therapieform „Biochemische Heilweise“. Der Name ist heute nicht mehr so geläufig, man spricht im Allgemeinen von „Schüssler-Salzen“.

Aus den damals etwa 200 verfügbaren homöopathisch potenzierten und geprüften Mitteln aus Mineral-, Pflanzen- und Tierreich hatte er nur zwölf – nach damaligen Erkenntnissen im Körper vorkommende mineralische Salze ausgewählt – und stellte nun die Theorie auf, fehlende Salze in den Zellen könne man mit diesen sogenannten Mineralsalzen wieder „auffüllen“. Aufwändige Arzneimittelprüfungen lehnte er jedoch genauso ab, wie eine umfangreiche Untersuchung und Befragung der Patienten vor der Mittelgabe. Stattdessen führte er die Antlitzdiagnose ein, schloss also von bestimmten Merkmalen im Gesicht auf fehlende Mineralsalze im Körper.

Schüsslers Grundsatz lautete „Fehlendes möge durch Fehlendes ersetzt werden“ 😉

Man kann sich lebhaft vorstellen, dass diese Methode von seinen homöopathischen arbeitenden Kollegen schon damals hart kritisiert wurde. Man sagt, ihm wurde vorgeworfen die Homöopahtie wäre ihm wohl zu kompliziert, als er  „vereinfachte“ Theorie veröffentlichte. Der heftige Schlagabtausch führte 1876 zu Schüsslers Austritt aus dem „Centralverein Homöopathischer Ärzte“.

Schüssler-Salze sind homöopathische Mittel, nur die Philosophie dahinter ist eine andere

Wie man es dreht und wendet. Schüsslersalze werden nicht nach homöopathischen Gesichtspunkten eingesetzt – Schüssler selbst war bemüht sich von der Homöopathie abzugrenzen. ABER es werden dennoch homöopathisch potenzierte Mittel eingesetzt (auch wenn diese für die Verwendung als Schüssler-Salz meist auf einen tablettenförmigen Träger statt auf Kügelchen aufgebracht werden – die Wirkstoffe bleiben die Gleichen). Und diese sollen nun im Körper nicht mehr nach Hahnemanns sondern nach Schüsslers Prinzipen wirken. Wer findet den Fehler? Woher soll der Körper wissen, dass dieses Mittel nun ein Schüsslersalz und kein homöopathisches Mittel ist? Homöopathie ist es erst dann, wenn ein potenziertes Mittel auch nach den Regeln der homöopathischen Kunst angewendet wird. Und das bedeutet: nach einer ausführlichen Erstanamenese vor Ort wird EIN passendes Mittel anhand der Symptome des Patienten herausgesucht. Noch wichtiger als das ist aber die fachgerechte Fallbetreuung NACH dieser ersten Verordnung.

Wir halten also fest: die Wirkung eines Schüssler-Salzes im Körper bleibt die Gleiche wie es bei einem homöopathischen Mittel in den entsprechenden Potenzen (D6 und D12) der Fall ist. Das heißt, ob es wirkt oder nicht, bleibt bei einer Selbstverordnung nach „bewährten Indikationen“ gerade bei schon länger bestehenden Leiden, ohne ausführliche Anamnese durch einen Homöopathen ein Glücksspiel:

  • Wenn ein Mittel gar nicht zum Patient/den Symptomen passt wird auch nichts passieren. Das Mittel kann nichts hervorrufen, was nicht in irgendeiner Form schon im Körper vorhanden ist.
  • Passt es nur teilweise auf einige körperliche Symptome, dann kann es sein, dass diese zunächst „verschwinden“ (was ja dem gewünschten Effekt am Nächsten käme). Hier hat man aber keine Heilung erreicht. Es handelt sich um eine reine Symptomunterdrückung und kann sogar zu einer Verschiebung der Symptome auf eine tiefere Ebene führen. Ja – auch das ist mit potenzierten Mitteln möglich.
  • Liegt man mit der Mittelwahl „knapp daneben“, wird es Prüfsymptome hervorrufen (das heißt, der Patient bekommt plötzlich Beschwerden, die nichts mit seiner ursprünglichen Erkrankung zu tun haben). Der Laie denkt vermutlich – „Mist, jetzt hat mein Tier auch Husten zu seinen ursprünglichen Beschwerden bekommen“ Dieser Husten im Zusammenhang mit der Mitteleinnahme wäre für einen Homöopathen der den Fall betreut jedoch Hinweis auf ein besser passendes Mittel.
  • Aber selbst wenn das Mittel zufällig das Passende für Beschwerden und Patient ist, nimmt man es in den üblichen niedrigen Potenzen (D6 oder D12) ständig unverändert und trocken (also als Globuli/Tablette) immer wieder ein, kann es eine heftige Erstverschlimmerung (Verstärkung der körperlichen Symptome) geben. Da man die Potenz der Mineralsalze während der Behandlung nicht verändert, bleibt man leider an dieser Stelle der Behandlung „hängen“ und damit kann es nie zu einer wirklichen Heilung kommen, OBWOHL das Mittel theoretisch passen würde.

Also bitte Vorsicht bei der eigenmächtigen Anwendung von potenzierten Mitteln (egal nach welchem Prinip). Man kann das 3-4 mal versuchen, wenn dann keine Besserung der Symptome eintritt (oder das Symptom dazu neigt immer und immer wiederzukehren) – bitte entweder Tierarzt oder Tierhomöopath hinzuziehen.

Wie oben schon erwähnt wird ein Tierhomöopath aufgrund der Symptom-Kombination ein Mittel auswählen, dass so viele Symptome wie möglich und vor allem auch die psychischen Aspekte des Falles im Mittelbild abdeckt. Ob das Mittel wirklich passt sieht man allerdings erst während der Einnahme und aus der Reaktion des Patienten. Ein passendes Mittel löst NICHT die körperlichen Symptome zuerst (es sei denn, es handelt sich um lebensbedrohliche) sondern es bessert, besonders in chronischen Fällen, zunächst Wohlbefinden und Energie des Patienten.

Ihr seht – leider ist die Homöopathie eine komplexe Angelegenheit. Wie man die Reaktionen auf eine Mittelgabe deutet und wie man Mittel, Eingabemenge und -höhe darauf anpasst, wie man eine Symptom-Verschiebung erkennt und wie man damit umgeht, lernt man während einer Fach- oder Zusatzausbildung in klassischer Homöopathie (meist 3- bis 4-jährig).

Es ist daher auch allzuverständlich, dass Therapeuten immer und immer wieder versuchen die Homöopathie zu „vereinfachen“. Leider verstümmelen diese Versuche nur eine tolle wirklich ganzheitliche Therapieform und führt oft dazu, dass enttäuschte Selbstbehandler meinen die „Homöopathie“ würde nicht wirken. Schlimmer noch, wenn begeisterte Selbstbehandler die Symptome ihres Tieres über Jahre unwissentlich unterdrücken und auf tiefere, lebenswichtigere Organsysteme verschieben (typische Abläufe sind wegbehandelte Hautsymptome die zu Atemwegs- oder Darmproblemen werden).

So und nun? Ich rate vom Gebrauch der Schüssler-Salze ab. Lieber sollte man sich für akute Fälle ein vernünftiges Buch und eine kleine Hausapotheke in C30 zulegen (auch dieses Thema wird als eines der Nächsten hier aufgegriffen) und aus der Fülle von homöopathischen Mitteln dasjenige heraussuchen, welches am Besten zu den vorhandenen Symptomen passt. Hilft es nach der 3. -4. Einnahme nicht, dann passt es nicht und sollte abgesetzt werden.

In diesem Sinne – ich hoffe, ihr und eure Fellnasen bleibt gesund!
Eure Yvonne