Similia similibus curentur. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

Hallo ihr lieben Homöopathie-Interessierten! Diese Serie, die ich heute beginne hat mindestens 10 Teile (vielleicht kommt noch der ein oder andere Artikel dazu, wenn mich der kreative Eifer packt 😉 ) und den Zweck, Dir die Grundlagen und die Vorgehensweisen der klassischen Homöopathie näherzubringen. Viel Spaß beim Lesen!

Fast jeder hat ihn schon mal gehört: Den Satz „In der Homöopathie heilt man Ähnliches mit Ähnlichem“. (Du hast gehört, man würde Gleiches mit Gleichem behandeln? Nein, das ist nicht Homöopathie. Das ist Isopathie und die wirkt lange nicht so gut.)

Samuel Hahnemann studiert zunächst Medizin

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Samuel Hahnemann

Am 10. April 1755 geboren , beginnt der Sohn eines Porzellan-Malers 1775 mit einem Studium der Medizin in Leipzig. Ein Jahr später wechselt er nach Wien, um das Studium bei Dr. Joseph v. Quarin, dem Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, fortzuführen. Schließlich kehrt er wieder nach Deutschland zurück, um in Erlangen sein Studium der Medizin abzuschließen.

 

Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, beherrscht aber 6 Sprachen

Hahnemann verdient sich schon während des Studiums Geld, indem er chemische, pharmakologische und medizinische Arbeiten übersetzt.

Niederlassung als praktischer Arzt und dennoch wachsende Unzufriedenheit

Nach Erlangung der Doktorwürde lässt sich Hahnemann 1780 erstmals als praktischer Arzt in Hettstett (Sachsen-Anhalt) nieder. Allerdings ist er unzufrieden, da er seinen Patienten mit der damaligen Medizin keine echte Hilfe bringen kann. Er ist enttäuscht und betroffen durch die Widersprüchlichkeiten und das spekulative Theoretisieren in den medizinischen Wissenschaften.

Pharmazeutische Ausbildung, Heirat und arbeit als Amtsarzt

1781 macht er in Dessau noch eine praktische pharmazeutische Ausbildung und heiratet 1782 die Adoptivtochter des Apothekers, welche ihm 11 Kinder schenken wird. Er wird Physikus und arbeitet als Amtsarzt.

Aufgabe der Praxistätigkeit und Ablehnung der Professur im Bereich Chemie

Hahnemann ist ein unruhiger Mensch, zieht oft um, sucht nach einer Möglichkeit seinen Patienten besser helfen zu können und verlegt seine Tätigkeit zunehmend in den Bereich der Übersetzungen (2.200 Druckseiten), der Herausgabe eigener Schriften (darunter eine über Arsenikvergiftung) und der Chemie (Schwermetall-Nachweis nach Hahnemann von 1787).

1788 gibt er seine Praxistätigkeit sogar komplett auf und lehnt die ihm gebotene Professur an der Universität Wilna ab. Er schreibt dazu:

“Ich machte mir ein empfindliches Gewissen daraus, unbekannte Krankheitszustände bei meinen Brüdern mit diesen unbekannten Arzneien zu behandeln, die als kräftige Substanzen, wenn sie nicht genau passen (und wie konnte sie der Arzt anpassen, da ihre eigentlichen speziellen Wirkungen noch nicht erörtert waren?) leicht das Leben in Tod verwandeln, oder neue Beschwerden und chronische Übel herbeiführen können. (…)“

Hahnemann stößt auf einen Zusammenhang, der ihn stutzig macht.

1790 übersetzt Hahnemann eine Arzneimittellehre seines schottischen Kollegen William Cullen. Darin schrieb Cullen, dass die Rinde vom Chinabaum deshalb so erfolgreich gegen Malaria helfe, weil sie so bitter sei, dass sie den Magen und dadurch den ganzen Organismus stärke.

CHININ ist ein Bestandteil der Rinde des Chinabaumes, der in den Anden (vor allem in Equador, Provinz Loxa) auf einer Höhe von etwa 2000 Metern wächst und wird seit mehr als 300 Jahren gegen fieberhafte Erkrankungen und Krampfzustände eingesetzt.

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Der Chinarindenbaum gedeiht im Regenwald von Equador

Nachdem es einige erstaunliche Heilungen von Malaria gab, das bis dahin als unheilbar galt, ließ der spanische Jesuit Juan de Lugo die Chinarinde im Jahr 1650 patentieren. Er verkaufte sie unter dem Namen „Jesuitenpulver“.

Chinin wird auch heute noch allein oder in Kombination mit Antibiotika oral oder intravenös zur Therapie der Malaria verwendet. 

Hahnemann wundert sich sehr über die Aussage seines Kollegen, weiß er doch als Arzt und Pharmazeut, dass es weitaus bitterere pflanzliche Stoffe gibt, welche nicht gegen die Malaria helfen. Er ist interessiert an dem Wirkprinzip und fängt an Nachforschungen anzustellen warum gerade die Chinarinde sich so günstig bei Wechselfieber auswirkt.

Der Chinarindenversuch

Im Zuge dessen macht er einen Selbstversuch: Er nimmt die Chinarinde in gesundem Zustand ein und bekommt bereis nach kurzer Zeit Symptome wie Herzklopfen, Ängstlichkeit, Zittern, Zerschlagenheit, Wangenröte, Durst „Kurz – alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnliche Symptome“ wie Hahnemann handschriftlich festhält. Diese klingen erst dann wieder ab, wenn er aufhört Chinarinde einzunehmen und sind genau so schnell wieder da, wenn er mit der Einnahme fortfährt.

Es zeigen sich also am gesunden Menschen die Symptome einer Krankheit, für die diese Arznei als heilsam gilt. Sollte sich diese Erfahrung durchweg bestätigen, dann wäre, so Hahnemanns Überlegung, möglicherweise ein bislang unbekanntes Naturgesetz, ein neues Heilprinzip gefunden.

Hahnemann erprobt seine Theorie 6 Jahre lang, bevor er sie veröffentlicht

Hahnemann erprobt im Laufe der Zeit mehr als 100 Stoffe auf diesen Wirkmechanismus. Zunächst an sich und seiner Familie, später auch an seinen Patienten. Und tatsächlich bestätigt sich seine Vermutung bei systematischer Anwendung durchgängig:

Similia similibus curentur. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

Sein „neues Heilprinzip“ veröffentlicht er erstmals 1796. Er nennt es „Homöopathie“ was aus den griechischen Wörtern hómoios und pathos besteht. Es heißt so viel wie „ähnliches Leiden“. In dem Buch „Organon der rationellen Heilkunde“, in späteren Auflagen „Organon der Heilkunst“, fasste er seine Erkenntnisse zusammen.

Endlich hat er eine Methode gefunden die das Ideal erfüllt, welches Hahnemann bisher bei anderen Therapieformen vergeblich gesucht hat:

Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.

Organon VI, § 2

 

Homöopathie bei Tieren

1815 hielt Hahnemann selbst erstmals einen Vortrag vor Landwirten und Tierärzten über den Einsatz der Homöopathie bei Tieren.

Teil 2:  Wie Hahnemann den Effekt von potenzierten Mitteln entdeckte und weiterentwickelte.


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Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
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Quellenangaben:
Genneper/Wegener (Hrsg.), „Lehrbuch der Homöopathie“, Haug-Verlag, 2001, ISBN 3-8304-7054-1, Link zur aktuellen Auflage

Bildquellen:
https://pixabay.com
http://bildagentur.panthermedia.net

Internetquellen abgerufen in KW30/2017: 
https://www.arscurandi.de/fuer-patienten-interessierte/samuel-hahnemann/
http://www.peter-hug.ch/lexikon/chinarindenbaum/54_0220
http://www.homeoint.org/books4/organon/org000.htm
http://www.hahnemannia.de/html/start.htm
http://www.simillimum.net/Hist.Hahn.2.htm

http://www.netdoktor.de/medikamente/chinin/
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html
http://www.chinin.net/
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=33154

2 Gedanken zu “Similia similibus curentur. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

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