Thuja – Wundermittel gegen Warzen und Impffolgen?

Hallo ihr Lieben,
heute gibt es viele Informationen zum homöopathisch potenzierten Mittel Thuja occidentalis – dem Lebensbaum – besonders im Bezug auf Impfungen und Warzen.
Viel Spaß beim Lesen!

Als homöopathisch potenziertes Mittel ist Thuja bei vielen Menschen – auch Tierbesitzern –  sehr beliebt im Einsatz gegen die möglichen negativen Folgen von Impfungen und gegen Warzen. Aber woher kommt das und stimmt es wirklich, was man dem homöopathischen Thuja alles nachsagt?

Impfungen sind umstritten. Einerseits möchte man den bestmöglichen Schutz vor Krankheiten für sein Tier, andererseits hat wohl jeder schon von unerwünschten, zum Teil tragischen Impffolgen gehört. Das schafft eine große Unsicherheit. Was tun? Nun wird einem überall im Internet, in den sozialen Medien und vielleicht sogar von Freunden und Bekannten zugetragen, Thuja in potenzierter Form könne vor schädlichen Impffolgen jeglicher Art schützen.

Wie wunderbar! Einerseits kann man so dem Rat seines Tierarztes Folge leisten und den größtmöglichen Impfschutz für sein Tier erreichen, andererseits ist man mit der einfachen Gabe von ein paar harmlosen Globulis vor und/oder nach der Imfpung geschützt vor möglichen unerwünschten Nebenwirkungen?! Klingt perfekt, oder? Vermutlich könnt ihr euch es selbst schon denken, aber leider ist es, wie so vieles im Leben, eben nicht so einfach und perfekt wie es klingt.

Schauen wir uns aber nun erst mal an, wogegen das homöopathische Mittel Thuja überhaupt helfen kann. Die Leitsymptome (Symptome die während den Arzneimittelprüfungen wiederholt bei verschiedenen Individuen auftraten) von Thuja sind folgende:

Mangel an Selbstvertrauen, Gefühl von Wertlosgkeit, Innerer Zweifel, der Patient versucht daher zum eigenen Schutz ein äußeres Image aufzubauen, dass seine Schwäche und die Angst von anderen nicht gemocht zu werden, verdeckt. Thuja hat Angst vor Kontrollverlust und ist deshalb (um sich selbst zu schützen) anmaßend und herrschsüchtig.

Körperlich stehen Entartungen, Gewächse und Tumore, chronische Nebenhöhlen- und Atemwegserkrankungen sowie Erkrankungen der Genitalien im Vordergrund. Übelriechender fettiger Schweiß und Warzen an allen möglichen Stellen des Körpers (Hände und Finger, Genitalien, Fußsohlen, in Gesicht und auf den Augenlidern).
(Roger Morrison, Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, Kröger Verlag, 2. überarb. Auflage 1997)

Hahnemann sah anhand der Symptome die Thuja auslösen kann, zunächst, dass es ein hilfreiches Mittel gegen die Feigwarzen-Krankheit (eine meist durch die HPV-Infektion übertragene Geschlechtskrankheit) sein kann, weil deren Symptome häufig in ihrer Gesamtheit, zu denen die Thuja erzeugen kann, passen. Impfungen gab es zu Hahnemanns Zeiten noch nicht.

Die erste Imfpversuche gegen Blattern (Pocken) unternahm 1798 der britische Landarzt Edwart Jenner in einem wagemutigen Experiment. Dazu ein spannender Ausschnitt aus einem Artikel von 1967, interessanterweise aus DER SPIEGEL:

„(…) Mägde und Knechte, die sich zufällig mit Kuhpocken infiziert hatten, waren — so wußten die Ärzte — gegen die schwarzen Blattern gefeit. Jenner übertrug erstmals absichtlich Flüssigkeit aus einer Kuhpocken-Pustel in eine Hautwunde eines Patienten. Bei dem Impfling bildete sich ebenfalls eine Pustel, deren Sekret Jenner weiteren Gesunden einimpfte. Alle Patienten, so zeigte sich, waren fortan gegen die Blattern immun — die harmlosen Kuhpocken-Erreger hatten im Körper der Geimpften die Produktion von Abwehrstoffen angeregt, die auch gegen die Menschenpocken wirksam sind.

Lange Zeit machte der verblüffende Erfolg der Impfungen die Ärzte blind für Impfschäden. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts, so vermeldet das Impfhandbuch des Münchner Tropenmediziners Professor Albert Herrlich, waren die Mediziner bemüht, „alle Nebenreaktionen zu verharmlosen“.

In Wahrheit war die Pocken-Prophylaxe von jeher riskanter als andere Impfungen. Die Kuhpocken-Viren können beispielsweise vom Blut aus dem Impfschnitt ausgeschwemmt und in den Organismus verschleppt werden — Impfpusteln am ganzen Körper sind die Folge. (…)“ DER SPIEGEL Ausgabe 15/1967, „Tödlicher Schutz“, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46437639.html

Und hier erklärt sich schon von selbst, dass die heilsame Wirkung Thujas keinesfalls für alle Folgen jeder Impfung die heutzutage durchgeführt wird gelten kann: Zu dieser Zeit, als die ersten Impfungen vorgenommen wurden, war ein Schüler Hahnemanns – Clemens von Bönninghausen – bemüht die oben genannten Folgen der damaligen Pockenimpfung zu behandeln. Dabei stellte sich heraus, dass Thuja oft das hilfreichste Mittel war. Denn das Arzneimittelbild von Thuja, mit seinen vielen Warzen, ist dem der oben beschriebenen Impfpusteln sehr ähnlich. Hier gab es aber eine ganz klare Ursache – die Impfung – die durch Verbreitung des Kuhpocken-Erregers in die Blutbahn eine akute Bildung von Pocken am ganzen Körper auslöste. In diesem akuten Fall war Thuja wunderbar passend. Und so fand die Rubrik „Allgemeines, Impfung: Beschwerden nach“ (Siehe Beitrags-Foto: aus dem Complete Repertory, deutsche Ausgabe 2007, von Roger van Zandvoort, Similimum Verlag) seinen Einzug in das Repertorium. Diese Rubrik enthält inzwischen ca. 60 Mittel. Jedoch ist sie mit Vorsicht zu genießen, da verständlicherweise diese Mittel nicht aus einer Arzneimittelprüfung stammen können. Es ist zum größten Teil eine sogenannte „klinische“ Rubrik.

Viel wichtiger als die Ursache der Beschwerden ist aber bei der homöopathischen Anamneseerhebung ohnehin immer die individuelle Gesamtheit der vorliegenden Symptome. Wer noch mehr fachliches zu dem Thema erfahren möchte, dem sei das PDF von Stefan Reis „Thuja, Sykose und Imfpung – Causa und Effekt“ (PDF-Download) ans Herz gelegt.

Bei den ganzen Warzen im Arzneimittelbild von Thuja ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass es heutzutage gegen Warzen aller Art empfohlen wird. Das Problem dabei liegt aber darin, dass ein Mittel, welches nur auf EIN KÖRPERLICHES Symptom hin ausgewählt wird, dieses auch einfach nur „verschwinden lassen“ kann. Man könnte jetzt sagen: Wunderbar, so soll es doch sein… ABER: Plötzlich verschwundene Hautsymsptome sind in der Homöopatie ein ganz klares Indiz für eine Unterdrückung. Das heißt, es hat keine Heilung von innen heraus stattgefunden, das Grundproblem (der innere Stressor, der dazu führt, dass der Körper überhaupt erst Symptome entwickelt) ist nicht gelöst. Und deshalb werden die Warzen entweder wiederkommen oder der Körper sucht sich irgendwann eine andere Ausdrucksmöglichkeit für sein inneres Problem und das dann vielleicht nicht mehr auf der Haut, sondern im Bereich des Darmes oder der Atemwege (also auf einer tieferliegenden Ebene).

Zurück zur Impfung: Eine vorbeugende Gabe von Thuja VOR einer Impfung hat höchstens zur Folge, dass der Körper doppelt belastet wird: nämlich mit der Impfung und einer unpassenden homöopathischen Arzneimittelgabe. Auch eine vorbeugende Gabe NACH der Impfung ist unsinnig, wenn gar keine Thuja Symptome bestehen. Man kann nur behandeln, was sich in Symptomen (geistiger oder körperlicher Art) bereits manifestiert hat.

Es ist aber ja auch keineswegs gesagt, dass euer Tier nach einer Impfung Probleme bekommt. Informiert euch aber bitte in jedem Fall selbst genau, welche Impfungen für euer Tier sinnvoll sind und impft nicht einfach alles, „weil man das halt so macht“. Einen  Artikel darüber, wo man sich informieren kann, findet ihr beispielsweise hier: http://blogs.faz.net/tierleben/2013/05/31/impfen-oder-nicht-die-neue-skepsis-der-tierhalter-179/ Und WENN ihr nach einer Impfung tatsächlich den Eindruck habt, dass diese bestimmte Symptome ausgelöst hat, lasst einen klassischen Tierhomöopathen an euer Tier, der aufgrund seiner mehrjährigen Fachausbildung in der Lage ist ein passendes Mittel für diese indiviuellen Symptome herauszusuchen. In diesem Fall sollte man außerdem sehr kritisch überdenken, ob man in Zukunft dem Tier diese Imfpung noch einmal zumuten will.

Noch zum Schluss, weil es immer wieder auch in diesem Zusammenhang zur Sprache kommt: man kann mit Homöopathie nicht „Impfen“ nicht „Ausleiten“ und auch nicht vorsorglich behandeln. Man kann dem Körper „nur“ seine eigenen, bereits vorhandenen Symptome mit der Gabe des passenden homöopathischen Mittels vorspiegeln. Je ähnlicher dieses Spiegelbild den Zustand des Körpers wiedergibt, umso umfassender wird die ausgelöste Heilreaktion ausfallen. Und diese beginnt immer von innen, bei der Energie, beim Schlaf, bei der guten Laune. NIE von außen. Das heißt aber auch, dass Hautsymtome, besonders chronische, IMMER als letztes Verschwinden und NIE als erstes. Sonst läuft was falsch. Und jeder gut ausgebildete Homöopath wird während einer Behandlung genau darauf achten.


yvonnebach

Yvonne Bach. Gesundes Futter und Tierhomöopathie.

Ich bin Yvonne Bach, Tierhomöopathin und Gründerin des Tierhomöopathie-Blog. In meinem Hofladen (77866 Rheinau) verkaufe ich BARF-Fleisch und Zusätze, unbehandelte Kauartikel aber auch hochwertiges Fertigfutter für Hunde und Katzen.

Futterberatungen und Barf-Planerstellungen biete ich regional und überregional per E-Mail-Kontakt an.

Schreib mich gerne an:
y.bach@tierheilpraxis-rheinau.de
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Deine Yvonne

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